Norwegen schenkt jedem, der ein Elektrofahrrad kauft, 1.130 Euro

Stefan Bubeck

Die norwegische Hauptstadt Oslo belohnt ihre Bürger für umweltfreundliche Kaufentscheidungen und subventioniert die Anschaffung elektrisch betriebenener Lastenräder (Cargobikes).

Norwegen schenkt jedem, der ein Elektrofahrrad kauft, 1.130 Euro
Bildquelle: Pixabay (Collage)

Luftverschmutzung in Großstädten ist ein Problem, das gesundheitliche Schäden und wirtschaftliche Folgekosten mit sich bringt. Unter schlechter Luft leiden nicht nur Metropolen in Schwellenländern, sondern auch deutsche Städte: In Stuttgart ist tagelanger Feinstaubalarm mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr. Auch die Skandinavier, die man vielleicht nicht als erstes mit Luftverschmutzung in Verbindung bringen würde, bleiben nicht verschont. Langfristig wirksame Lösungen sind gefragt.

Cargo E-Bikes sind teuer

Die Stadt Oslo fördert den Kauf elektrisch betriebener Lastenräder – diese können ihren Besitzern in vielen Fällen als Ersatz für Autos dienen. Das Prämienmodell ist ganz einfach: Bis zu 25 Prozent des Kaufpreises und maximal 10.000 Norwegische Kronen (rund 1.130 EUR) bekommt man als Käufer eines E-Bikes bezuschusst.

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Allerdings hat der Kaufprämientopf ein begrenztes Volumen: Insgesamt fünf Millionen norwegische Kronen (rund 565.000 Euro) stehen für die Bürger Oslos zur Verfügung, das dürfte nur für einige hundert Fahrräder ausreichen. Eine schlagartige Cargo-Bike-Revolution wird das nicht auslösen, aber eine Förderung der Popularität der umweltfreundlichen Drahtesel ist es allemal.

Ein Hemmschuh ist der hohe Preis für die elektrisch angetriebenen Lastenräder: Für ein gut ausgestattetes Markenmodell muss man durchaus mit 3.000 – 5.000 Euro Anschaffungskosten rechnen. Diese Fahrradgattung bleibt also trotz Kaufprämie weiterhin eher für zahlungskräftige und entschlossene Kunden interessant.

Das Kaufprämienmodell zur Förderung des Umweltschutzes ist bereits aus dem PKW-Bereich bekannt. In Deutschland erhalten Käufer von Elektroautos einen Zuschuss in Höhe von bis zu 4000 Euro. Allerdings hält sich hier der Erfolg noch in Grenzen – die Gründe hierfür dürften ebenso beim vergleichsweise hohen Preis für die Fahrzeuge liegen, auch die kleine Auswahl an Modellen könnte die Deutschen noch vom Wechsel abhalten. Mehr dazu im Artikel „Elektroautos: Trotz 4000 Euro-Geschenk immer noch wenig Käufer“.

Quellen: Citylab, Stadt Oslo

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