Das Start-Up Faraday stellte im Rahmen der CES 2017 ein Elektro-SUV mit 1.050 PS vor und versuchte so, Tesla den Rang abzulaufen. Doch nun geht den Chinesen offenbar das Geld aus.

Faraday FF 91
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Update vom 01.12.2017:Um die von Faraday ausgerufene „neue Ära der Mobilität“ steht es schlecht: Offenbar gibt es schwerwiegende Geldprobleme. Die 500-Millionen-US-Dollar-Finanzierungsrunde drohe zu scheitern, berichtet Bloomberg.

Zudem ächzt das Unternehmen unter einem 100-Millionen-US-Dollar Schuldenberg. Eine 400-Millionen-Dollar Wandelanleihe wird diesen Dezember fällig, hier droht ein Zinssatz von 12 Prozent. Der Ex-BMW-Vorstand Stefan Krause hat das Unternehmen bereits Mitte Oktober verlassen, er war Chief Financial Officer (CFO) von Faraday. Die geplante Produktpalette von ursprünglich sieben Elektro-Fahrzeugen wurde auf nur noch zwei zusammengestutzt: Neben dem vorgestellten FF 91 soll auch der FF 81 (Crossovermodell) auf den Markt kommen.

Bei Faraday sieht es also sehr düster aus, was für Elon Musks Vorzeige-Unternehmen Tesla eine kleine Sorge weniger bedeuten würde. Allerdings hat der US-Elektroautohersteller selbst finanzielle Nöte und braucht dringend frisches Geld. Hier alle Infos:

Tesla droht Pleite: So viel Geld verliert der Hersteller pro Minute

Originalartikel vom 04.01.2017:

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Elektro-SUV mit 1.050 PS: Faraday stellt den FF 91 vor

„Eine neue Spezies ist geboren“ – so formuliert es das Unternehmen Faraday Future in seiner Pressemitteilung zum Debut seines ersten Serienfahrzeugs FF 91 („nine one“). In der Tat hat der junge Hersteller ein spannendes Paket gebündelt, die technischen Eigenschaften lesen sich wie eine Zusammenstellung der besten Features aus den Bereichen Leistung, Personalisierung und Vernetzung.

Keiner sprintet schneller als der Faraday

In nur 2,39 Sekunden beschleunigt der FF 91 auf 60 Meilen pro Stunde. Damit unterbietet der Neuling sogar den rasend schnellen Tesla Model S P100D, der sich hierfür rund 2,5 Sekunden Zeit nimmt. Die Formgebung des Faraday lässt diese Fähigkeit nicht als erstes erahnen, das Fahrzeug gehört optisch zur Gattung der SUVs, wenngleich in einer besonders windschnittig gestalteten Variante. Nicht nur Tesla werden die Rücklichter gezeigt – auch ausgesprochene Sportskanonen wie Nissan GT-R, Bugatti Veyron, Audi R8 V10 Plus oder Bugatti Veyron können beim Sprint nicht mithalten.

Ein Allradantrieb bringt die brachiale Leistung von 1.050 PS auf die Straße, das Fahrwerk ist höhenverstellbar. Eine 130-kWh-Batterie von LG Chem sorgt für eine Reichweite von bis zu 700 Kilometern pro Ladung, sie soll sich zudem besonders schnell aufladen lassen.

Technische Daten: Faraday FF 91

  • Beschleunigung: 0-60 Meilen pro Stunde in 2,39 Sekunden
  • Leistung: 1050 PS
  • Batteriekapazität: 130 kWh
  • Range: 378 Meilen (EPA) oder 700 km (NEDC)
  • Geschwindigkeit beim Aufladen: Über 500 Meilen pro Stunde Ladezeit
  • ADAS Sensor Suite: 13 Lang- und Kurzstreckenradare, 12 Ultrascahllsensoren, 10 HD-Kameras, 1 ausfahrbares 3D-LIDAR

Durch und durch digital

Faraday positioniert sein Vehikel allerdings nicht ausschließlich als passenden Untersatz für Adrenalinsüchtige, sondern denkt auch an die Aspekte Komfort und Vernetzung. Ergonomische Sitze mit Massagefunktion und Heizung sowie ein dimmbares Panorama-Glasdach sollen für eine Wohlfühlatmosphäre sorgen. Mittels einem „FFID“-Account merkt sich das Auto die persönlichen Vorlieben der Fahrer, etwa Sitzpositionen, Temperatureinstellungen oder den Musikgeschmack. Zwei LTE-Antennen sorgen für die notwendige Verbindung zum Internet.

Eine Kamera in der B-Säule führt beim Herantreten an das Fahrzeug eine Gesichtserkennung durch, einen klassischen Autoschlüssel braucht man zum Einsteigen und Losfahren also nicht. Auch die Seitenspiegel wurden durch Kameras ersetzt, ein hochauflösendes Display zeigt den Insassen, was sich um das Fahrzeug herum befindet. Ein wenig selbst fahren kann der FF 91 auch: Wenn man ausgestiegen ist, parkt er auf Wunsch von alleine ein.

Faraday: Ungewisse Zukunft oder alles bestens?

Noch nennt der Hersteller keinen Preis – potenzielle Käufer können lediglich ihr Interesse in Form einer Anzahlung von 5000 Dollar kundtun. Angesichts der technischen Daten dürfte der FF 91 aber kein Schnäppchen werden, soviel ist klar. Der Beginn der Lieferbarkeit wird für 2018 erwartet.

Die finanzielle Situation des jungen Unternehmens scheint laut Medienberichten nicht die solideste zu sein, zudem sind bereits einige wichtige Manager abgesprungen. Der große Geldgeber ist aber noch da: Eine der wichtigsten Personen hinter Faraday ist der chinesische Milliardär und LeEco-CEO Jia Yueting – er ist der Hauptinvestor des Automobil-Start-Ups. Nick Sampson, Senior Vice President von Faradays Entwicklungsabteilung, zeigt sich optimistisch: „An alle Zweifler und Nörgler: Wir werden bestehen. Wir werden weitermachen.“

Quellen: Faraday, Futurezone

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