Einen Troll, mit dicker Wumme und einer Prise Magie bitte: Shadowrun

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(Maxi/Felix) "Shadowrun" war mir nicht unbedingt ein Begriff. Ich wusste nur, dass es ein großer Name im Penn Paper – Universum ist. Auch auf dem SNES sorgte der Top-Hit "Shadowrun" für Aufsehen. Dieser Name stand also bis jetzt für große Rollenspiel-Abenteuer. Deshalb ist eine Frage am heutigen Abend essentiell: Funktioniert eine Rollenspielmarke als Ego-Shooter?

Einen Troll, mit dicker Wumme und einer Prise Magie bitte: Shadowrun

Wir reden hier von dem ersten Online-Shooter, der es ermöglicht das Konsoleros gegen PCler antreten können. Zum ersten mal ist es also möglich, plattformübergreifende Matches auszutragen. Allerdings können PCler das nur insofern sie sich entscheiden für den Live Dienst zu blechen, ansonsten zocken sie nur gegen ihresgleichen.

Das Universum von “Shadowrun” hat natürlich Unmengen von Fans, die diese Serie schon seit den SNES- oder viel früheren Zeiten her kennen. Falls Ihr zu diesen Leuten gehört, werdet Ihr von dem aktuellsten Titel vielleicht enttäuscht sein. Denn dieses Spiel hat nicht all zu viel mit den Systemen, Szenarien und vor allem Charakteren aus diesem Universum zu tun.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist, dass es in diesem Spiel ein wenig an Content fehlt. Mit “Content” meine ich so grundlegende Dinge wie verschiedene Spielmodi, Singleplayer und natürlich auch Maps. In allen drei Kategorien schwächelt “Shadowrun” ziemlich. Spielmodi gibt es genau drei, der Singleplayer ist nur mit einem Tutorial und Bot-Matches ausgestattet. Bei den Maps besteht das Problem, dass es jede Karte zwei mal gibt. Eine “große Fassung” für die acht gegen acht Spiele, und dann jeweils eine kleine Variante einer jeden Map für die taktischen 4on4 Spiele.

Gehen wir aber endlich ins Spiel. Nachdem Euch das Matchmaking-System ein Spiel zugewiesen hat, dürft Ihr Euch zwischen vier Völkern entscheiden. Das wären dann entweder Trolle, Elfen, Zwerge und natürlich auch die Menschen. Jedes der vier hat eigene Stärken und Schwächen, und das macht das ganze System auch so interessant. Zwerge zum Beispiel sind extrem gute Zauberer, während Trolle die Experten für das schwere Geschütz sind.

Nach der Völkerwahl dürft Ihr endlich Euer Spielzeug aussuchen. Die Waffen bilden ein robustes Standardsortiment. Ihr werdet dort keine all zu großen Überraschungen erleben, denn es sind wiedermal die alt bekannten Brüder und Schwestern aus der Familie der Pistolen, Maschinengewehre, Schrotflinten und Raketenwerfern. Wirklich spannend wird es erst, wenn es darum geht, Eure Zauber und Techs auszuwählen. Von diesen Sachen dürft Ihr dann nur maximal drei mit in den Kampf nehmen.

Optisch sieht das Spiel ganz nett aus, haut aber nicht vom Hocker. Hier und dort hat man schöne Effekte, wenn man sich zum Beispiel teleportiert, aber im Großen und Ganzen bleibt das Spiel eher “bodenständig”.

Wer kein Problem hat das die “Shadowrun”-Lizenz für einen Multiplayer Ego-Shooter herhalten muss und darauf steht mit individualisierbaren Klassen in den virtuellen Krieg zu ziehen, bekommt ein nettes aber kein wirklich nenneswertes Spiel geliefert. Die Waffen fühlen sich teils einfach zu schwach an. Wenn man einen Gegner dreimal mit der Shotgun trifft und er immer noch nicht am Boden liegt, dann stimmt etwas nicht. Vielmehr ist bei dem Spiel wichtig die richtigen magischen und technischen Fähigkeiten zu kaufen und einzusetzen. Außerdem ist der Inhalt ziemlich gering und der Preis dafür doch recht hoch. Mehr erfahrt Ihr natürlich in der Sendung.

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