Review - Burnout Paradise Ultimate Box Value Games Edition

Leserbeitrag

Du und dein Mitstreitet. Ihr seid beide ca. 1 Kilometer vom Ziel entfernt, der Rest der Strecke ist eine kerzengerade Straße. Ihr brettert beide mit immenser Geschwindigkeit in Richtung Ziel. Dein Kontrahent, gesteuert von künstlicher Intelligenz, will dir Böses und rammt dich seitlich. Du klatschst mit dem Wagen gegen die Pfosten zwischen den zwei Fahrbahnen, deine Motorhaube springt davon, die Fensterscheiben zerschmettern und du wirfst vor Wut das Pad gegen die Wand, welches ähnlich spektakulär zerfetzt, nur nicht in Zeitlupe. Wenn man Choleriker ist, kann so eine ähnliche Situation beim Spielen von Burnout Paradise durchaus vorkommen. Damit zusammengefasst ist auch eine Faszination, die von der Burnout Reihe ausgeht: hohe Geschwindigkeit, spannende Rennen, die Möglichkeit mithilfe eines sogenannten Takedowns den Gegner wortwörtlich aus der Bahn zu bringen und ein übertriebenes Schadensmodell. Das zusätzlich noch die Grafik flüssig in 60 fps läuft, macht das Erlebnis noch viel atmosphärischer.

Manch einer fragt sich vielleicht, wieso ich ausgerechnet jetzt ein Review zu Burnout Paradise schreibe. Das hat einen Grund: Für den PC gibt es jetzt endlich die Value Games Edition der Burnout Paradise Ultimate Box für 10 ?. Als Rennspiel affiner Gamer musste ich unbedingt zu greifen und kann, vorweg genommen, jedem, der auch nur irgendwie Arcaderacer mag, empfehlen, das auch zu tun. Wem die Infos noch zu mickrig waren, der bekommt jetzt sämtliche Fakten spendiert:

Burnout Paradise ist ein Arcade Rennspiel in einer Open World, in der man mit seinem Vehikel zu Rennen und rennartigen Wettkämpfen antritt um seine Fahrer Lizenz in der titelgebenden Stadt Paradise City zu verbessern. Die bereits oben genannten Besonderheiten der Reihe sind das übertrieben realistische Schadensmodell. Egal wogegen man fährt, der Lack zerkratzt, die Scheiben zerspringen, Wagenteile lösen sich. Wie man eine Leitplanke streift oder mit einem Autofahrer kollidiert, macht bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit, dem Winkel des Aufpralls und weiteren Faktoren aus, ob ein Totalschaden entsteht, oder eben nicht. Hinzu kommt, dass man durch Aktionen wie Sprünge über Schanzen, verrückte Manöver beim Gegenverkehr (die man möglichst unbeschadet überstehen sollte) und Ähnliches Boost bekommt (vergleichbar mit Nitro aus den meisten Rennspielen).

Fährt man ein Rennen gibt es auch wieder verschiedene Möglichkeiten, den Sieg zu erringen. In Burnout Paradise sind die Rennen immer von einem Ort zum Anderen. Mann kann natürlich nur gewinnen, indem man als erster über die Ziellinie fährt. Da man aber in einer Open World ist, bietet sich die Möglichkeit, eine individuelle Strecke zu nehmen. Diese kann man entweder über ein Kartenmenü für sich selbst planen oder man fährt einfach den Computergegnern hinterher. Mein erster Kritikpunkt: Wenn man einen eigenen Weg nehmen will, kommt die Platzierungsanzeige etwas durcheinander und man hat oft bis kurz vorm Ziel eine falsche Platzierung angezeigt. Wenn man mit den Gegnern ?mitfährt?, kann man diese entweder durch fahrerische Fähigkeiten abhängen, oder mit gut gezielten Takedowns für einige Sekunden evakuieren, bis er wieder ins Spielgeschehen eingesetzt wird (ist auch beim kassieren von Takedowns für einen selbst so). Rammt man den Gegner (Art und Geschwindigkeit können das Ergebnis variieren lassen), weicht dieser entweder der gestellten Falle aus und klatscht nicht gegen die Wand, oder er schafft das Manöver nicht und brettert direkt gegen die Bande. Mit einer kleinen Rückschausequenz sieht man dann den gegnerischen Wagen inklusive Aufprall und kann sich grinsend freuen. Damit man selbst nicht crasht, lenkt das Spiel einen auf eine günstige Position in der Fahrbahn.

Andere Challenges wären Takedownrennen, in denen man eine bestimmte Anzahl von Gegnern in einer gewissen Zeit erlegen muss. Auch gibt es Stuntrennen, hier muss man versuchen in einer gewissen Zeit möglichst viele Punkte durch Sprünge, Boost und Drifts zu erzielen. Dann gibt es noch einen Modus, in dem man von einem Ort zum anderen kommen muss, ohne dabei von den Kontrahenten zu oft einen Takedown zu kassieren. Zu guter letzt gibt es noch für jeden einzelnen Wagen ein Zeitrennen, in dem man eine Strecke innerhalb eines Zeitlimits absolvieren muss.

Was dem Spiel hierbei auch einen Vorteil verschafft ist beispielsweise die völlig frei einstellbare Steuerung (über das Menü mit der F2 Taste soweit durchklicken, bis man zu den Optionen kommt) die auch Gamepads unterstützt (funktioniert bei meinem Hama Black Force Pad wunderbar). Dann macht die Geschwindigkeit einen riesigen Spaßfaktor aus. Man gerät ab einer bestimmten Geschwindigkeit, oft im Einklang der Musik, in eine Art Trance und weicht instinktiv Hindernissen und Gegenverkehr binnen Sekunden aus, kann quasi das Spielerlebnis fühlen. Ein weiterer positiver Aspekt ist der unglaublich gute Soundtrack der unter anderem Songs von Guns?n?Roses, Jimmy Eat World, Killswitch Engage und vielen weitern grandiosen Acts beinhaltet. Das i-Tüpfelchen macht das Crash-System aus. Es macht einfach unheimlich Spaß seinen Wagen mutwillig gegen eine Wand mit möglichst hohem Speed zu fahren, nur um zu sehen wie detailliert der Wagen auseinanderspringt.

Schön an der Ultimate Box ist auch die Möglichkeit mit Motorrädern herumzufahren und zusätzliche, dafür abgestimmte Rennen zu fahren. Auch ein lokaler Multiplayer dank Splitscreen ist zusätzlich zum Online Modus möglich und liefert zusätzlichen Rennspaß. Was mich sauer aufstößt ist die zur Installation benötigte Internetverbindung, die allerdings auch auf der Verpackung heraufbeschworen wird. Dennoch ist es nervig nur wegen einer Installation eine bestehende Internetverbindung haben zu müssen, zusätzlich noch einen EA-Downloader installieren zu müssen, der das Spiel automatisch nachpatcht. Während des eigentlichen Spiels braucht man diese Verbindung allerdings nicht. Auch negativ aufgefallen ist mir die sogenannte Moderatorin der Radiosendung, die einem oft beim umhercruisen in der Stadt mit einer künstlich wirkenden Stimme und platten Betonung, absolut irrelevante Geschichten erzählt. Nur sehr selten bekommt man einen Tipp, etwas total Abgedrehtes auszuprobieren, wie von einem Parkhausdach zu fahren.

Die Langzeitmotivation ist erheblich, da man neben zahlreichen Vehikeln auch hunderte Achievments für Tricks und verrückte Aktionen bekommt. Auch gibt es Achievements für zerstörte Werbetafeln und Absperrungen.

Fazit: Wer ein spaßiges, schnelles, actionreiches Arcade Rennspiel sucht, muss hier unbedingt zugreifen, 10EUR sind ja auch wirklich nicht für ein gerade mal 1 Jahre altes Spiel verlangt.

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