10 Jahre Second Life: Die Bilanz einer geplatzten Blase (Infografik)

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Second Life ist peinlich. Zumindest den meisten Medien und Unternehmen. Als die virtuelle Gegenwelt noch als das nächste große Ding galt, wollten damals alle unbedingt dabei sein. Konzerne, TV-Sender, die gesamte Presselandschaft von der Bild bis zu Reuters – jeder wollte plötzlich eine digitale Korrespondenz in Second Life. Das Risiko einer verpassten Weichenstellung wollte niemand eingehen. Heute spricht man kaum noch über Second Life und das hat gute Gründe.

Die Blase ist nämlich geplatzt. Auf die vermeintliche Revolution folgte viele Jahre Stagnation. Dann der Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Von 36 Millionen angelegten Accounts sind heute – laut Aussage der Betreiber – nur eine Million Visits im Monat übrig geblieben. Dabei dürfte es sich wohl um eine eher optimistische Schätzung handeln. Von Krise wollen die Macher Linden Lab aber nichts wissen. Dem Second Life geht es angeblich bestens und das soll auch so bleiben. 2010 machte sogar die Planung eines „Third Life“ die Runde. Gleichzeitig wurden allerdings auch massiv Stellen gestrichen.

So dürfte das zweite Leben wohl noch eine Weile vor sich hin vegetieren, bis der Stecker irgendwann doch gezogen wird. Dass die Linden Labs 2003 eine gute Idee hatten, soll hier nicht bestritten werden. Der eingeschlagene Weg der totalen Kommerzialisierung über die berühmten Linden Dollars hat sich jedoch als historische Sackgasse erwiesen. Mehr als zwei Millionen unterschiedliche Frisuren für weibliche Avatare und / oder Cybersex sind dabei nicht herausgekommen. Revolutionen sehen irgendwie anders aus.

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