Das Recht am eigenen Bild – was bedeutet das?

Marco Kratzenberg

Das Recht am eigenen Bild ist kaum irgendwo so geschützt wie in Deutschland. Aber was bedeutet das eigentlich? Wer darf euch fotografieren, wer nicht und was darf man mit den Bildern machen? Lest hier ein paar Erklärungen.

Das Recht am eigenen Bild ist in der Gesetzgebung ein Unterfall des Persönlichkeitsrechtes. Dieses Recht gibt euch die Kontrolle darüber, was mit Bildern gemacht wird, die jemand von euch geschossen hat. Allerdings kennt die Rechtslage auch Ausnahmen.

744
Streetfotografie Teil 1

Was fällt unter das Recht am eigenen Bild?

Grundsätzlich ist erst einmal jedes Bildnis von euch durch das Recht am eigenen Bild geschützt. Allerdings geht es dabei nur um die Veröffentlichung. Ihr könnt euch so gut wie gar nichts dagegen machen, dass ihr fotografiert werdet. Natürlich dürfen Fotografen nicht auf euer Grundstück oder in eure Wohnung eindringen, aber auf einer Party, auf der Straße oder auf einem Konzert könnt ihr dagegen nichts tun.

 

Eine weitere, ziemlich deutliche Einschränkung des Rechts am eigenen Bild ist der Begriff Beiwerk. In diesem Fall kann so ein Bild sogar veröffentlich werden. Beiwerk bedeutet hier, dass jemand beispielsweise ein Gebäude oder einen Platz fotografiert und ihr als Passanten zufällig gerade vorbeilauft. Ähnlich verhält sich das auch auf öffentlichen Veranstaltungen oder Ereignissen der Zeitgeschichte. Solche Bilder dürfen auch veröffentlich werden.

Eine weitere Ausnahme an diesem Recht sind Fahndungsbilder. Wie es so schön heißt, dürfen “zum Zwecke der Rechtspflege und der öffentlichen Sicherheit” von Behörden Bilder ohne eure Zustimmung veröffentlich werden.

Oben haben wir von einem Bildnis und nicht nur von Fotos gesprochen. Genau darum gehte s auch beim Recht am eigenen Bild: Damit ist jede Art der erkennbaren Wiedergabe einer Person abgedeckt. Also außer Fotos eben auch Zeichnungen oder Karikaturen.

GIGA-Tipp: Die 10 besten kostenlosen Grafiktools GIGA Bilderstrecke GIGA-Tipp: Die 10 besten kostenlosen Grafiktools

Personen der Zeitgeschichte und das Recht am eigenen Bild

Es gibt eine ganze Gruppe von Menschen, die nur ein eingeschränktes Recht an ihrem eigenen Bild haben. Dabei handelt es sich um die sogenannten Personen der Zeitgeschichte. Damit sind Menschen gemeint, die aus irgendeinem Grund ins Interesse der Öffentlichkeit geraten sind. Das können Politiker oder Sportler sein, aber auch Adlige oder Models. Hier gibt es einige Abstufungen und manchmal muss gerichtlich entschieden werden, wie hoch das öffentliche Interesse wirklich einzuschätzen ist.

Haben Promis ein Recht am eigenen Bild?

Im Großen und Ganzen müssen sich Prominente in sehr vielen Situationen ihres Lebens gefallen lassen, von der Berichterstattung fotografiert zu werden. Es gibt zwar auch hier so etwas wie eine Privatsphäre, also beispielsweise die eigene Wohnung. Nach einigen Urteilen und deren Revidierung ist die Situation derzeit so, dass es letztlich Fall für Fall neu entschieden werden muss. Das macht es für die Presse schwer, für die Promis aber auch. Denn die Entscheidung fällt meist lange Zeit nach der Veröffentlichung der Bilder und dann dreht es sich oft nur noch um Strafen und Entschädigungszahlungen.

Wie setzt man das Recht am eigenen Bild durch?

Zuerst einmal ist wichtig, dass die Durchsetzung des Rechts am eigenen Bild nur auf einen Antrag hin überhaupt verfolgt wird. Erst wenn ihr eine Anzeige erstattet, wird die Rechts-Maschinerie in Gang gesetzt. Dabei stehen verschiedene Mittel zur Verfügung, die aber erst zum Einsatz kommen, wenn eine Prüfung des Sachverhaltes erfolgt ist.

Dabei muss untersucht werden, ob das Bild nicht vielleicht unter eine der oben beschriebenen Ausnahmen fällt. Wenn also z.B. ein Museum ein Bild des Gebäudes auf seiner Webseite veröffentlicht, auf dem ihr als Passant zu erkennen seid, fällt das unter die Ausnahme des Beiwerks (siehe oben). In so einem Fall solltet ihr vielleicht Kontakt zum Museum aufnehmen und höflich darum bitten, dass das Bild ausgetauscht wird.

Ein Recht auf Löschung habt ihr, wenn es bei dem Bild eindeutig darum geht, euch für andere Personen sichtbar zu machen. Wenn also etwa jemand gegen euch hetzt und dabei auch ein selbst geschossenes Foto in einem Forum oder auf Facebook veröffentlicht. Selbst beim Setzen eines Links auf ein Privatfoto kann sich der Verantwortliche schon strafbar machen.

Wenn ihr Probleme damit habt, dass jemand euer Recht am eigenen Bild verletzt, dann geht zu einem Anwalt! Denn es geht dabei nicht nur um Unterlassungsansprüche, sondern eventuell auch um Schadensersatz. In einigen Fällen kann sogar ein Schmerzensgeld fällig werden. Und es kann so weit gehen, dass ihr vom Fotografen die Herausgabe aller Bilder verlangen könnt.

Quiz wird geladen
Quiz: Wetten, dass Du nicht alle dieser 10 Gaming-Begriffe kennst?
Was bedeutet QQ im ursprünglichen Sinne?

Dir macht keiner was vor: Du weißt was GG bedeutet, bist voll 1337 und gehst nie AFK. Aber kennst Du auch DIESE ominösen Gaming-Begriffe? Wir wetten, dass Du die folgenden 10 Wörter nicht alle kennst.

Neue Artikel von GIGA TECH