Nigeria Connection – Was ist das und wie schützt man sich?

Marco Kratzenberg

Nigeria Connection ist ein Sammelbegriff für Betrugsversuche per E-Mail, bei denen dem Empfänger riesige Summen versprochen werden. Wie dieser Betrug funktioniert und wie man sich schützt, das könnt ihr hier erfahren.

Angefangen hat alles in den 80-ern mit Faxnachrichten. Später wurden dann E-Mails daraus. Die Urheber dieser Geldversprechen sitzen vielfach in Nigeria – deshalb auch Nigeria Connection. Dort stellt diese Art von Betrug eine Art eigenen Wirtschaftszweig dar. Das hat sogar dazu geführt, dass er sich unter dem Paragraphen 419 im nigerianischen Gesetzbuch niederschlägt. Aus diesem Grund ist diese Art des E-Mail-Betrugs in den USA auch als „419 Scam“ bekannt. Doch worum geht es eigentlich?

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Das steckt hinter Hoaxes, Fakes und Betrug im Internet

Was macht die Nigeria Connection?

Eben schaut man noch traurig auf seinen Kontoauszug und auf einmal kommt die rettende Mail an! Die Nigeria Connection teilt dir mit, dass Du ein riesiges Vermögen erbst. Naja, nicht unter dem Absender. Das sind vielmehr Witwen afrikanischer Politiker, Bankdirektoren aus nie gehörten Städten oder Anwälte, die sich freuen, endlich einen Erben gefunden zu haben.

Dann folgt eine Geschichte, die so total abgedreht ist, dass man einen Film draus machen könnte. Ein paar Beispiele gefällig? Man soll unbedingt und möglichst schnell Kontakt mit dem Absender aufnehmen, bevor es zu spät ist, ...

  • weil man nur noch bis nächsten Monat Zugriff auf 120 Millionen Dollar auf einem Konto hat, dessen Inhaber ohne Erben verstorben ist. Bevor die staatliche Bankenaufsicht es bemerkt, muss man das Geld auf ein anderes Konto transferieren und da könntest Du helfen. Deine Belohnung? Die Hälfte des Geldes...
  • weil sich ein Anwalt freut, endlich den letzten Erben des schon lange verstorbenen Millionärs gefunden zu haben, dem er doch noch 30 Millionen geben kann, bevor er in den Ruhestand geht.

Und so weiter. Es gibt massenhaft dieser Storys und alle sind sie absolut fantastisch. Immer geht es um Riesensummen. Und jede ist gelogen. Selbst dem hirnrissigsten Zeitgenossen müsste klar sein, dass diese Schilderungen nicht wahr sein können – sollte man denken. Und doch fallen genügend Leute darauf herein, so dass sich das Geschäftsmodell wohl immer noch lohnt. Denn die Mails reißen nicht ab.

Betrugsmethoden im Internet

Wie funktioniert der Nigeria Connection-Betrug?

Was will die Nigeria Connection eigentlich damit erreichen? Wo liegt das Geschäft für die Betrüger?

Nun, im kriminologischen Fachjargon nennt man diese Versuche einen „Vorschussbetrug“. Es geht nämlich weiter, sobald ihr wirklich zum Absender Kontakt aufnehmt. Dann folgt gleich die nächste Lügengeschichte und dieses Mal geht es um Geld, das ihr zahlen sollt. Man würde euch ja gerne euer Erbe überweisen, aber dafür müsste man beispielsweise einen Finanzbeamten bestechen oder hohe Überweisungsgebühren zahlen. Und da der arme Absender ja erst nach der Transaktion an das Geld kommt, müsstet ihr ihm einen Vorschuss schicken.

In Anbetracht der versprochenen Summen erscheint eine Überweisung in Höhe von 20.000 Euro als ein Trinkgeld. Vorausgesetzt, man hat nicht alle Latten am Zaun und glaubt die hanebüchenen Geschichten tatsächlich. Eine gefährliche Mischung aus Gier und Dummheit bringt nach wie vor Leute dazu, ein Betrugsopfer zu werden.

Manchmal verwenden die Täter auch eine Variante des Romance Scamming und nutzt Chats statt E-Mails. Dann wird dem Opfer eine mögliche Partnerschaft versprochen und um eine finanzielle Hilfe bei einer plötzlichen Notlage gebeten. Hier ist es nicht die Gier, sondern die Einsamkeit als Motivator.

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Wie schützt ihr euch vor der Nigeria Connection?

Die üblichen Mails der Nigeria Connection haben eines gemeinsam: Sie sind so absurd und unglaubwürdig, dass eigentlich jeder sofort stutzen müsste. Gleichzeitig sind sie sich so ähnlich, dass so ziemlich jeder brauchbare Spamfilter sie sofort aussortiert. Was also kann man tun, um sich vor dieser Art des Betruges zu schützen?

Eigentlich muss man nur ein paar einfache Regeln befolgen:

  1. Wenn es sich zu gut anhört, um wahr zu sein, dann ist es unwahr!
  2. Antwortet nicht auf diese Schreiben. Nicht einmal um mitzuteilen, dass man dem Absender nicht glaubt.
  3. Sendet auf gar keinen Fall Geld an den Absender, seinen „Bekannten“ oder an seine Firma.
  4. Schickt dem Betrüger keine persönlichen Daten, keine Adressen, Kontonummern oder Kreditkartennummern. Auch keine Kopien von Ausweisen, Pässen oder ähnlichen Dokumenten.
  5. Keine Treffen vereinbaren! Weder im Ausland, noch mit angeblichen Beauftragten in eurer Nähe.
  6. Stellt eure Konten nicht für Übergangsgeschäfte zur Verfügung, bei denen ihr Geld geschickt bekommt, das ihr – abzüglich einer Provision – ins Ausland schicken sollt. Das Geld stammt aus Betrügereien, soll über euer Konto gewaschen werden und ihr seid letztlich die Ziele einer etwaigen Strafverfolgung.

Mittlerweile sollte jeder gelernt haben, dass das Internet kein Pflaster für Leichtgläubige ist. Nicht einmal seriöse deutsche Firmen schenken euch etwas, ohne im Gegenzug etwas dafür zu bekommen. Nur zahlt ihr in so einem Fall mit persönlichen Daten. Bei der Nigeria Connection geht es um viel Geld.

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