Frauen spielen anders als Männer

Franziska Hübscher

Wenn ein Mann und eine Frau dasselbe Onlinegame spielen, tun sie keineswegs das gleiche: Zwischen den Geschlechtern gibt es beim Spielverhalten große Unterschiede, wie österreichische Wissenschaftler herausgefunden haben. Eine wenig schmeichelhafte Erkenntnis für das vermeintlich starke Geschlecht: Frauen spielen meistens erfolgreicher.

Frauen spielen anders als Männer

Warum das so ist, hat die Studie natürlich auch untersucht. Ein Erklärungsansatz lautet, dass Frauen eher zur Zusammenarbeit mit Gegnern bereit sind. Männer hingegen kämpfen lieber – und bezahlen das oft mit ihrem virtuellen Leben.

Mehr Erfolg durch gute Vernetzung

Die Forscher beobachteten Zehntausende Spieler beiderlei Geschlechts, die in Online-Games aktiv sind. Dort geht es unter anderem darum, Güter zu transportieren, Reichtümer anzuhäufen und den eigenen Besitz gegen andere zu verteidigen. Viele Online-Spiele für PCs und Tablet-Computer sind gratis. Geld verdienen die Firmen, die sich um die Programmierung kümmern, trotzdem. Sie bieten nämlich allerlei Zubehör für das Spiel zum Kauf an – gegen echtes Geld, versteht sich. Manche Browsergames begeistern Millionen Mitspieler auf der ganzen Welt und sind als Multiplayer-Spiele angelegt. Das heißt, der einzelne spielt nicht für sich allein oder mit beziehungsweise gegen den Computer – sondern es gibt eine große Zahl von Avataren, hinter denen jeweils reale Menschen stecken. Das macht für viele Teilnehmer den besonderen Reiz aus. Wie im echten Leben gibt es Figuren, mit denen man sich gut versteht und solche, mit denen es Ärger gibt. Besonders gute Karten haben Spieler, die eine große Zahl von Verbündeten gewinnen und sich ihre Mitbewerber so vom Leibe halten.

Männer kämpfen, Frauen verhandeln

Kommt es zu Konfliktsituationen, sind zwei Reaktionen möglich: kämpfen oder verhandeln. Männer entscheiden sich häufiger für eine Auseinandersetzung, während Frauen eine einvernehmliche Lösung suchen. Das sind geschlechtsspezifische Spielarten, die den Wissenschaftlern bei ganz unterschiedlichen Spielen auffielen. Stets waren es in der Studie Frauen, die mehr Kontakte zu anderen Spielern aufbauten und sich besser vernetzten. Wie im realen Leben bedeutet das auch bei den Browsergames deutliche Vorteile. Zwar wollen auch Männer nicht nur kämpfen, sondern ebenfalls Kontakte knüpfen. Sie tun das jedoch in weitaus geringerem Umfang und mit einer klaren Zielrichtung: Sie streben Bündnisse vor allem mit besonders erfolgreichen und starken Spielern an.

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