GIGA-Guide: Was ist NFC, wozu braucht man das, wie sicher ist die Technik?

NFC ist eine Abkürzung für die Near Field Communication. Mit dieser Technik ist es möglich, über wenige Zentimeter Daten zu übertragen. Was versteckt sich hinter der drahtlosen Technologie, die in so ziemlich jedem aktuellen Smartphone steckt? Wie sicher ist das? Und was ist NFC genau? Wir geben euch die Antworten zu den vielen Fragen, die sich bei NFC stellen.

GIGA-Guide: Was ist NFC, wozu braucht man das, wie sicher ist die Technik?

Was ist NFC, wozu brauche ich das?

NFC ist eine Funktechnik, die nur wenige Zentimeter Reichweite hat – ähnlich wie bei Infrarot, nur bricht hier die Verbindung nicht so schnell ab, da nicht auf eine optische Technologie gesetzt wird. Anwendungsgebiete gibt es vor allem in Zahlungsmethoden, bei denen verschlüsselte Daten über Google Wallet übertragen werden können. Außerdem gibt es verschiedene NFC-Tags, und selbst der Personalausweis hat einen NFC-Chip, der sehr gut verschlüsselt ist.

Ebenfalls in die Anwendungsgebiete fällt das Angebot der deutschen Bahn mit Touch&Travel, in der ein NFC-Chip in den Touch-Points eingebaut ist, womit die App der DB den Startbahnhof erkennen kann und am Ende der Fahrt den Fahrpreis abrechnet. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist das Konsolenspiel Skylanders. In den Boden der Sammelfigueren ist ein NFC-Tag eingebaut, womit der Empfänger erkennt, welche Spielfigur nun auf dem Gerät steht – und das virtuelle Abbild der Spielfigur wird in das Game übertragen.

Mit zwei NFC-fähigen Android-Geräten können allerhand Daten übertragen werden, wie zum Beispiel Kontaktdaten, Bilder und Dateien. Da die Technik etwa 500kb/s Bandbreite leistet, sind Bilder innerhalb von wenigen Sekunden gesendet.

Ist NFC sicher?

“Wirklich sicher” ist ein zweischneidiges Schwert. Die Technik ist auf seinem jetzigen Standard “sicher”. Wenn man gerade einen aktuellen Personalausweis zur Hand hat, kann man mit Apps wie NFC TagInfo die geschriebenen Daten auf dem eingebauten NFC-Chips auslesen. Die lesbaren Daten beschränken sich auf die Angaben, die auf dem Personalausweis selbst zu lesen sind, Fingerabdrücke hingegen sind nicht lesbar. Selbiges gilt für die Gesundheitskarte der Krankenkassen. Während die Daten, die ebenfalls auf die Karte gedruckt sind, ausgelesen werden können, sind die Daten der Krankenakte verschlüsselt.

Kann man den NFC-Chips also trauen? Ja und nein. In einem Fallbeispiel, in dem Schließfächer mit NFC-Tags geöffnet und geschlossen wurden, war es möglich, beim Vorrüberziehen der Karte an einem Smartphone, egal ob bewusst oder unbewusst, die Daten zu lesen und zu kopieren, womit so ein Spind wieder geöffnet werden konnte – so waren diese Schließfächer also unsicher. Der Fehler liegt dabei beim Dienstleister, der diese Schließfächer aufstellt und nicht die Sicherungsfunktionen der Karte nutzt. Fazit: Die Karten können sicher sein, wenn sie richtig eingesetzt werden.

Wie kann ich die Technik effektiv nutzen?

Die praktikabelste Möglichkeit, diese Technik privat zu nutzen, sind so genannte NFC-Tags – reale Speicherpunkte, die es gibt und meist als Sticker irgendwohin geklebt werden können. Auf diesen Punkten können  Aktionen/Funktionen gespeichert werden, z.B. mit der App NFC Aufgaben-Launcher. Kommt man am Arbeitsplatz an, legt man das Smartphone auf einen vordefinierten NFC-Tag-Sticker und schon ist das WLAN eingeschaltet und das Telefon im Vibrationsmodus. Kommt man zuhause an, liegt der nächste Tag bereits auf dem Schlüsselkasten bereit: Das Telefon ist wieder auf die normale Lautstärke eingestellt. Ein NFC-Tag auf dem Nachttisch kann etwa das Telefon wieder lautlos und den Wecker für den nächsten Tag einstellen. Die Aufgaben, die diese Tags erfüllen, können so vielfältig sein, wie es die eigene Kreativität zulässt und damit ein nützliche Erweiterung für das eigene Telefon sein.

Eingeschaltet lassen oder immer ausschalten?

Das ist eine persönliche Frage, die unter verschiedenen Blickwinkeln gesehen werden muss. Der NFC-Sensor verbraucht praktisch keine Akkuleistung, da der Sensor erst aktiv wird, wenn ein NFC-fähiger Gegenstand, sei es ein Tag oder ein anderes Smartphone, in die direkte Nähe von wenigen Zentimetern kommt und Daten übertragen werden, wenn es explizit zugelassen wird.

Wird das NFC-Feature also regelmäßig genutzt, sei es über Google Wallet, NFC-Tags, interaktive Poster oder das Angebot der deutschen Bahn, dann schadet es nicht, dass die NFC-Option des eigenen Smartphones eingeschaltet bleibt. Unter Android ist die Option dafür unter den erweiterten Funkeinstellungen im Optionsmenü zu finden.

Bildergalerie NFC ein- / ausschalten unter Android

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