Abmahnung von „Waldorf Frommer“ wegen Urheberrechtsverletzung: Was ist zu tun?

Martin Maciej

Wer sich im Internet bewegt, sieht sich täglich zahlreichen, verschiedenen Gefahren ausgesetzt. Dabei kann es sich um Viren und Trojaner oder aber auch um Abo-Fallen und Abmahnungen handeln. Während es sich bei ersteren allerdings um betrügerische Inhalte handelt, sieht es bei Abmahnungen häufig anders aus. So bekommen viele Internetnutzer z. B. Abmahnungen der Kanzlei „Waldorf-Frommer“ aus München.

Abmahnung von „Waldorf Frommer“ wegen Urheberrechtsverletzung: Was ist zu tun?

Natürlich gibt es auch unter den Abmahnern schwarze Schafe, die ahnungslose Surfer ausnutzen und über „Fake“-Abmahnungen Geld verlangen. Im Falle der Waldorf-Frommer-Abmahnungen handelt es sich allerdings nicht um Fakes.

Abmahnung von „Waldorf Frommer“: Kein Fake

Habt ihr ein Schreiben der Kanzlei per Post mit dem Betreff „Abmahnung wegen unerlaubter Verwertung geschützter Werke“ erhalten, solltet ihr dieses nicht zerknüllen oder ignorieren. In der Regel resultiert diese Abmahnung aus einem Download und einer damit verbundenen Urheberrechtsverletzung. Dabei kann es sich um den Download von Filmen, aber auch von Musik, Games und Software handeln, der z. B. über Torrent-Seiten und P2P-Netzwerke wie eMule bezogen wurde.

  • Die Kanzlei „Waldorf Frommer“ arbeitet tatsächlich im Auftrag von großen Unternehmen aus der Musik- und Filmbranche.
  • Es handelt sich in der Regel um keine Fake- oder unberechtigte Abmahnungen wie etwa im Falle der RedTube-Abmahnwelle.
  • Laut Abmahnungstext wird man dazu aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben sowie Schadensersatz samt Abmahnkosten zu entrichten.
  • Als Streitwert werden Werte von bis zu 10.000 € angesetzt, aus denen sich Gebühren bis 1000 € ergeben können.

Abmahnung von „Waldorf Frommer“ wegen Filesharing

Auch wenn man diese Abmahnungen nicht ignorieren sollte, sollte man auch nicht überstürzt handeln. Füllt man die mitgelieferte Unterlassungserklärung aus, gibt man somit gleichzeitig ein Schuldeingeständnis ab. Somit werden alle aufgeführten Kosten anerkannt und müssen dementsprechend geleistet werden. Zum Ausfüllen ist man nicht verpflichtet.

Häufig empfiehlt sich daher das Unterzeichnen einer „modifizierten Unterklassungserklärung“. Hier gibt man den Vorwurf des illegalen Downloads nicht zu, verpflichtet sich allerdings dazu, den angeführten Rechtsvorstoß zukünftig zu „unterlassen“. Beachten sollte man bei der abgeänderten Fassung allerdings, dass die Gegenseite diese nicht akzeptieren muss. Im schlimmsten Fall droht demnach ein gerichtliches Verfügungsverfahren mit weiteren Kosten.

Da die Abmahnung für den Rechteinhaber eine Möglichkeit ist, vor der Klage ein milderes Mittel einzusetzen, muss diese nicht per Einschreiben eingehen. Findet man solch ein Schreiben im Briefkasten, kann man sich demnach nicht damit rausreden, das Schreiben von Waldorf-Frommer nie erhalten zu haben.

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Was tun bei einer Abmahnung nach Film- und Musik-Downloads?

Die modifizierte Unterlassungserklärung sollte wiederrum per Einschreiben verschickt werden. Bleibt eine Reaktion auf eine Abmahnung eurerseits aus, droht eine einstweilige Verfügung. Die Kosten übersteigen in solchem Fall noch einmal die Gebühren, die sich aus der ursprünglichen Abmahnung ergeben. Tipps zur Vorlage für solch eine Unterlassungserklärung als Download finden sich z. B. bei E-Recht24. Um euch rechtlich abzusichern und Folgen einer solchen Abmahnung abzufedern sollte zudem der Gang zu einem Anwalt nicht gescheut werden. Beachtet, dass viele Rechtsschutzversicherungen Fälle von Filesharing-Abmahnungen in ihren Bedingungen explizit ausschließen.

Auf ein Versteck- oder Geduldspiel solltet ihr euch nicht einlassen. Abmahnungen wegen Downloads und Co. verjähren erst nach rund drei Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt dabei erst am Ende des jeweiligen Jahres.

Bildquellen: Andrey_Popov, Jirsak

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