WhatsApp: Gutscheine von H&M, REWE und Co. sind fake – Vorsicht Falle!

Selim Baykara
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Und wieder werden auf WhatsApp Gutscheine von H&M und anderen bekannten Marken wie REWE, LIDL, oder Saturn verteilt. Natürlich ist das ganze nur ein Fake: Hinter dem angeblichen WhatsApp-Gutschein steckt in Wahrheit eine fiese Abofalle. Wir erklären, wie ihr euch verhalten solltet, falls ihr die Botschaft erhaltet. 

Schaut euch hier an, wie clever die Trickbetrüger unvorsichtige WhatsApp-Nutzer übers Ohr hauen:

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Fake-Gutscheine auf WhatsApp
Die WhatsApp-Gutscheine von H&M, REWE und Co. machten in den letzten Monaten immer wieder die Runde und verbreiten sich derzeit wieder gehäuft. Merkwürdigerweise scheint die Masche immer noch gut zu funktionieren, obwohl sich inzwischen eigentlich herumgesprochen haben sollte, dass es hier nichts zu gewinnen gibt. Wie bisher werden die Beiträge sowohl auf WhatsApp als auch Facebook verteilt. Dabei kommen die Namen bekannter Marken zum Einsatz: REWE , H&M, C&A, Aral, auch das bekannte Möbelhaus IKEA wurde schon von den Betrügern missbraucht.

H&M WhatsApp Gutschein

Grund für die sprunghafte Verbreitung ist das Schneeball-Prinzip, mit dem die Botschaften verteilt werden. Um den Gutschein zu bekommen, soll man die Nachricht zunächst mit 15 Freunden aus der eigenen WhatsApp-Kontaktliste teilen. Von diesen 15 schicken dann ebenfalls einige die Meldung an ihre Bekannten. Innerhalb kurzer Zeit haben Millionen von Leuten den Gutschein gesehen – gewinnen kann man hierbei natürlich nichts.

Was Facebook über dich weiß und wie du es herausfindest

WhatsApp: Gutschein von REWE und H&M sind Fake

Wie man sich schon denken kann, handelt es sich bei den Gutscheinen nicht um ein echtes Angebot von H&M oder einem anderen Unternehmen. Stattdessen geht es bei der Sache darum, euch zum Klicken auf den Link zu verleiten. Das solltet ihr natürlich nicht machen. Wir zeigen euch aber trotzdem, was dann passieren würde.

  1.  Zuerst werdet ihr zu einer Webseite weitergeleitet und müsst verschiedene Fragen beantworten, um angeblich den Gutschein zu erhalten.
  2. Habt ihr die Befragung hinter euch gebracht, müsst ihr die Nachricht noch mit 15 WhatsApp-Kontakten (oder Freunden auf Facebook) teilen.
  3. Genau dadurch verbreiten sich die Fake-Gutscheine derzeit auch so schnell: Irgendeiner eurer Freunde oder Bekannten hat die Nachricht bekommen und sie mit euch geteilt, weil er/sie glaubte, dass er dadurch den Gutschein bekommt.

Das ist natürlich nicht der Fall!

Nach dem Teilen werdet ihr erneut weitergeleitet. Wie der Internetblog mimikama berichtet, landet ihr bei verschiedenen Apps, die sofort ein kostenpflichtiges Abo aktivieren, auch wenn ihr selbst nichts aktiviert. Fieser geht es eigentlich nicht – der einziger Schutz ist in diesem Fall eine Drittanbietersperre, mit der ihr verhindert, dass Drittanbieter Dienstleistungen über eure Mobilfunknummer abrechnen. Schaut in den verlinkten Artikel und aktiviert die Sperre vorsichtshalber, sofern ihr es noch nicht getan habt.

Datensammler auf WhatsApp und Facebook aktiv

Es muss nicht immer zwangsläufig eine Abofalle hinter den WhatsApp-Gutscheinen lauern. Manchmal wird die Masche auch „nur“ von Datensammlern verwendet, die auf diese Weise per Phishing eure persönlichen Daten abstauben. Die Idee dahinter: Ihr müsst meist eure E-Mail-Adresse. macnhmal auch die Anschrift, den Namen oder die Telefonnummer angeben. Diese vertraulichen Informationen werden erfahrungsgemäß an Online-Marketingfirmen und dubiose Drittanbieter weitergereicht, die euch anschließend mit Werbung, unerwünschten Anrufen und Spam belästigen.

Fazit: Vergesst diese angeblichen Gutscheine und verbreitet die Nachrichten auf keinen Fall per WhatsApp oder Facebook weiter. Wenn ihr eine entsprechende Nachricht erhaltet, solltet ihr euren Freund oder Bekannten darauf hinweisen, dass es sich dabei um Betrug handelt – damit helft ihr, dass andere Nutzer nicht dieser fiesen Masche zum Opfer fallen.

WhatsApp: Ikea-Gutschein zu gewinnen

Diese Betrugsmasche ist wie erwähnt nichts Neues. Angebliche Gewinnspiele machen auf WhatsApp, Facebook und Co. seit einigen Jahren die Runde. Bereits 2016 sorgte ein angebliches WhatsApp-Gewinnspiel des schwedischen Möbelhändlers Ikea für etliche besorgte Verbraucher. In der Nachricht befand sich ebenfalls ein Link zu einer Umfrage – angeblich konnte man damals einen Gutschein über 500,- Euro für den nächsten Einkauf bekommen.

Auch bei dieser Geschichte handelt es sich natürlich um ein abgekartetes Spiel: Einen echten Gutschein gab es damals nicht zu gewinnen.

Ikea reagierte auf WhatsApp-Fake

Welche Zugkraft die Fake-Gutscheine durch die sozialen Medien entwickeln, verdeutlichte die Reaktion von Ikea. Der Möbelhändler sah sich gezwungen, auf der firmeneigenen Facebook-Seite eine Warnung zu veröffentlichen, die noch einmal ausdrücklich auf die gefälschten Gift-Cards hinwies, die im Umlauf waren.
Ikea Gutschein Reaktion
Ein Nutzer nahm die ganze Sache als Anlass, um eine Frage in den Raum zu werfen, die sich vielleicht der eine oder andere auch schon gestellt hat: Wie wäre es denn, wenn IKEA mal Gehirne verkaufen würde?
Ikea Gehirn

Darauf die Antwort des Unternehmens: Die haben wir doch längst im Angebot. Es folgte ein Link zum Web-Katalog von IKEA, wo man eine Hirnhaube für Kinder verkauft. Schön, dass das Unternehmen die Sache mit Humor nahm – noch schöner wäre freilich, wenn solche Fake-Angebote in Zukunft tatsächlich am Scharfsinn der Internet-Nutzer scheitern.

Kettenbriefe auf WhatsApp, Facebook und Co.

Kettenbriefe und Meldungen zu angeblichen Gewinnspielen treten in den verschiedensten Formen auf, das Muster ist aber meist gleich. Mehr Infos zu den Fake-Meldungen und wie ihr sie erkennt, findet ihr in diesen Artikeln:

Mal hat man 500€ bei Saturn gewonnen, mal hat das Glücksrad bei WhatsApp einen Treffer gelandet. Beliebt sind auch Meldungen wie “WhatsApp wird kostenpflichtig” oder “Facebook wird bald in Deutschland gesperrt“. Aufgrund der hohen Benutzerzahlen von WhatsApp und Co. werden solche Nachrichten in kurzer Zeit schnell weiterverbreitet. Wer dahinter steckt, lässt sich aufgrund der Anonymität im Netz meist nicht erkennen – ein gefundenes Fressen für Betrüger.

Weitere Themen: WhatsApp für Android, Lidl

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