Wenn ihr mit dem Fernbus unterwegs seid und eure Fahrt findet nicht pünktlich, stark verspätet oder gar nicht statt, habt ihr die Möglichkeit unter Berufung auf die Fahrgastrechte Erstattung zu fordern. In diesem Ratgeber könnt ihr nachlesen, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit ihr Ansprüche stellen könnt. 

Fernbus Verspätung: Diese Rechte könnt ihr geltend machen

Für alle Fernbus-Unternehmen gilt die rechtliche Grundlage der EU-Verordnung Nr. 181/2011, in der die Fahrgastrechte im Kraftomnibusverkehr geregelt sind. Ihr könnt also ungeachtet des jeweiligen Unternehmens mit dem ihr eure Reise gemacht habt bzw. machen wolltet, auf die Einhaltung eurer Rechte und einer entsprechenden Entschädigung beharren.

1. Einschränkende Bedingungen – wann ihr kein Recht auf Erstattung habt

Damit ihr Recht auf eine Entschädigung habt, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein:

  • Die gebuchte Fahrtstrecke muss mindestens eine Distanz von 250 km aufweisen.
  • Verzögerungen oder Ausfall aufgrund von Stau sind von einer Erstattung ausgenommen.
  • Entsteht die Verspätung des Fernbus aufgrund von Naturkatastrophen oder widrigen Wetterbedingungen, habt ihr ebenfalls keinen Anspruch auf Erstattung.
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2. In diesen Fällen besteht Pflicht zur Entschädigung seitens des Unternehmens

  • Grundsätzlich (unter den einschränkenden Bedingungen unter 1.) habt ihr ab einer Verspätung von 120 Minuten die Wahl zwischen einer vollständigen Fahrpreis-Erstattung oder einer Fortsetzung der Fahrt mit einer ggf. geänderten Streckenführung. Der Beförderer hat die Pflicht, euch beide Optionen zur Wahl zu stellen.
  • Ab einer Wartezeit von 90 Minuten ist es die Pflicht des Beförderungsunternehmens, euch mit einem Imbiss und erfrischenden Getränken zu versorgen.
  • Könnt ihr aufgrund von Verspätung die Fahrt nicht am selben Tag fortsetzen, habt ihr Anspruch auf höchstens zwei Hotel-Übernachtungen für bis zu 80 € pro Nacht.

Falls ihr im Zweifel seid, ob ihr Anrecht auf Entschädigung habt oder nicht, solltet ihr sicherheitshalber das entsprechende Beschwerdeformular der Fernbusgesellschaft ausfüllen, denn selbst wenn kein rechtlicher Anspruch besteht, bekommt ihr vielleicht einen Gutschein oder ähnliches aufgrund der Kundenfreundlichkeit und Kulanz des Unternehmens.

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3. Ansprüche durchsetzen

Jedes Unternehmen stellt euch Formulare zur Verfügung, um die Erstattung zu beantragen. Ihr müsst dort eure persönlichen Daten angeben und die Strecke, sowie die Verspätung. Auf dem Formular ist weiterhin vermerkt, wenn ihr bestimmte Dokumente als Nachweise beilegen müsst. Bei der Abwicklung solcher Beschwerden gelten bestimmte Regeln:

  • Die Beschwerde muss innerhalb von drei Monaten nach dem betreffenden Fahrttermin eingereicht werden.
  • Das betreffende Busunternehmen muss innerhalb eines Monats auf diese Eingabe reagieren.
  • Spätestens drei Monaten nach Beschwerde-Eingang muss das Unternehmen bezüglich der Entschädigung eine Entscheidung treffen.

4. Fahrgastrechte durchsetzen: Diese Stellen könnt ihr anrufen

Falls ihr euch mit dem Unternehmen nicht einigen könnt, habt ihr die Möglichkeit zwei Stellen um Hilfe zu bitten:

  1. Das EBA – Eisenbahn-Bundesamt fungiert als die nationale Durchsetzungsstelle für Beschwerden von Reisenden mit Fernbussen. Hier könnt ihr euch nur beschweren, wenn ihr euch zuvor erfolglos beim Fernbus-Unternehmen beschwert habt. Ihr könnt zu diesem Zweck das vorgefertigte Beschwerde-Formular nutzen. Die Bearbeitung eurer Beschwerde kann sich etwas hinziehen, da auch das Unternehmen zur Sachlage Stellung nehmen kann.
  2. Zusätzlich oder auch alternativ könnt ihr euch noch an die Schlichtungsstelle wenden. Das hilft aber nur, wenn das Unternehmen auch dort vertreten ist und die Bereitschaft zur Schlichtung erklärt.

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