Bildschirmarbeitsverordnung: Diese Rechte habt ihr

Marco Kratzenberg

Die Bildschirmarbeitsverordnung soll alle Angestellten schützen, die dauerhaft an Bildschirmgeräten arbeiten. Wir haben für euch zusammengestellt, welche Bildschirmarbeitsplätze darunter fallen, wovor man geschützt werden soll und welche Rechte ihr habt.

Die Bildschirmarbeitsverordnung wird bisweilen auch als Bildschirmarbeitsplatzverordnung bezeichnet und mit BildscharbV abgekürzt. Auch wenn man denkt, dass so ein Arbeitsplatz bequem und wenig gefährlich ist, müssen die Menschen an solchen Geräten trotzdem geschützt werden. Nach Erhebungen gab es in 2005 rund 10 Millionen solcher Arbeitsplätze, 2014 wurden bereits mehr als 41 Millionen gezählt – Tendenz stark steigend.

Wer ist von der Bildschirmarbeitsverordnung betroffen und wer nicht?

Grundsätzlich fallen erst einmal Arbeiten an jedem Bildschirm unter die Bildschirmarbeitsverordnung, der „alphanumerische Zeichen“ oder Grafiken darstellen kann. Die Art des Bildschirms ist dabei unerheblich.

Allerdings gibt es Ausnahmen. Das sind:

  • Bedienerplätzen von Maschinen beziehungswiese Fahrzeugen mit Monitoren. Ein Bagger wird nicht zum Bildschirmarbeitsplatz, weil er ein Display hat.
  • Bildschirme in Verkehrsmitteln.
  • Schreibmaschinen mit einem Display, das etwa die zuletzt geschriebene Zeile darstellt.
  • Registrierkassen mit kleinen Displays, die zum Beispiel das Gewicht einer Ware anzeigen.
  • Transportable Geräte mit Bildschirm, die Messdaten und ähnliches anzeigen und nicht dauerhaft im Einsatz sind.

Notebooks und Laptops sind ein Spezialfall. Braucht ein Außendienstmitarbeiter gelegentlich ein Notebook, wird deswegen daraus noch kein Bildschirmarbeitsplatz. Ist das Notebook jedoch zwingend nötig, um überhaupt zu arbeiten, dann gilt die Tätigkeit als Bildschirmarbeitsplatz.

Grob gesagt fallen unter die Bildschirmarbeitsverordnung alle Beschäftigten, die hauptsächlich an Arbeitsplätzen mit einem Bildschirm arbeiten, auch wenn sie zwischendurch Kundenfragen beantworten oder etwas holen.

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Was soll durch die Bildschirmarbeitsverordnung geschützt werden?

Wenn man über den Schutz an Bildschirmarbeitsplätzen nachdenkt, fallen einem zuerst die Augen ein. Und die sind natürlich Bestandteil der Bildschirmarbeitsverordnung. Es geht darüber hinaus in dem Gesetz aber auch um andere körperliche Beschwerden sowie um psychische beziehungsweise psychomentale Belastungen.

Das Gesetz soll sicherstellen, dass die Gesundheit der Angestellten durch die Bildschirmarbeit nicht beeinträchtigt wird. Dementsprechend schreibt die Bildschirmarbeitsverordnung an solchen Arbeitsplätzen ergonomische, standsichere Stühle, reflexionsarme Arbeitsplätze, Tastaturen und Bildschirme sowie genügend Bewegungsspielraum vor. Außerdem muss ein Arbeitgeber dafür sorgen, dass es genügend Pausen gibt und die Bildschirmarbeiter zwischendurch anderen Tätigkeiten nachgehen können. Das kann zum Beispiel auch Publikumsverkehr sein.

Früher galt die Strahlenbelastung noch als wichtiger Passus des Gesetzes. Durch die nahezu flächendeckende Einführung von Flachbildschirmen ist das kein Problem mehr.

Es gibt allerdings in der Bildschirmarbeitsverordnung vorgeschriebene Pausen. Nur sind die nicht in genauen Zahlen festgelegt. Es geht eher um eine Empfehlung. Sie lautet, dass jede Stunde eine „Augenpause“ von 5 bis 10 Minuten eingelegt werden sollte. Paragraph 5 besagt, dass die Bildschirmarbeit durch regelmäßige Pausen oder alternative Tätigkeiten unterbrochen werden muss. Länger als 2 Stunden am Stück darf keinesfalls gearbeitet werden. Dieser Teil des Gesetzes betrifft nicht nur die Augen, sondern vor allem auch physische und psychische Belastungen.

Außerdem muss der Arbeitgeber regelmäßige Augenuntersuchungen ermöglichen und ist laut Paragraph 6 verpflichtet, eine Bildschirmarbeitsbrille zu bezahlen, falls es nötig wird. Die Abstände der Untersuchungen sind altersabhängig. Ab dem 40. Lebensjahr muss sie alle 3 Jahre erfolgen, darunter alle 5 Jahre.

Übrigens: Verstößt der Arbeitgeber wissentlich und fortdauernd gegen die Bildschirmarbeitsverordnung, entfällt somit die Arbeitspflicht des Angestellten, während der Arbeitgeber gleichzeitig weiter den Lohn bezahlen muss. Darüber hinaus kann der Arbeitnehmer bei Aufsichtsämtern Beschwerde einlegen. Andererseits ist das wohl langfristig eine der sichersten Methoden, seinen Job loszuwerden.

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