Handyverbot am Arbeitsplatz – Was darf ich?

Marco Kratzenberg

Wenn der Arbeitgeber ein Handyverbot am Arbeitsplatz ausspricht, muss er sich dabei an einige Regeln halten – Ihr allerdings auch. Generell seid ihr verpflichtet, solchen Weisungen zu folgen, wenn sie eure Rechte nicht zu sehr einschränken. Erfahrt hier, was er euch verbieten kann und was nicht!

Es gibt durchaus gute und vernünftige Gründe für ein Handyverbot am Arbeitsplatz. Schließlich seid ihr dort zum Arbeiten angestellt und nicht, um ständig zu telefonieren, in Facebook rumzuhängen oder WhatsApp-Nachrichten zu schreiben. Allerdings darf euch ein Arbeitgeber auch nicht generell verbieten, überhaupt ein Handy mitzubringen. Außerdem müssen alle diesbezüglichen Anweisungen schriftlich festgehalten werden.

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Was kann der Arbeitgeber bei einem Handyverbot am Arbeitsplatz untersagen?

Der Arbeitgeber darf die Handynutzung am Arbeitsplatz zwar einschränken, kann sie aber nicht völlig verbieten. Was sich erst einmal gut anhört, hat natürlich einen Haken: Ihr müsst unterscheiden zwischen Arbeitsplatz und Arbeitszeit. Er kann euch nicht verbieten, überhaupt ein Handy mitzunehmen, weil ihr frei entscheiden könnt, wie ihr eure Pausenzeit gestaltet. In der Pause könnt ihr ein Handy also nutzen, selbst wenn es ein Handyverbot am Arbeitsplatz gibt.

Aber auch hier gibt es Einschränkungen. Aus Gründen des Datenschutzes oder der Datensicherheit darf er euch verbieten, in Büros, Produktionsräumen oder Lagern zu fotografieren. Und auch während der Pause können Privatgespräche im Großraumbüro stören. Wollt ihr also das Handy am Arbeitsplatz nutzen, dann tut das im Pausenbereich.

Auch hier gibt es allerdings noch Sonderfälle. So wie beispielsweise im Flugzeug das Handy ausgeschaltet bleiben muss, können auch einige Produktionsbereiche durch Handystrahlung empfindlich gestört werden. In so einem Fall wäre ein generelles Handyverbot am Arbeitsplatz zulässig.

Kein willkürliches Handyverbot am Arbeitsplatz!

Ein Handyverbot am Arbeitsplatz muss alle Mitarbeiter gleich betreffen und darf nicht pauschal den Interessen des Arbeitnehmers widersprechen. Wenn nicht gerade technische Gegebenheiten es erfordern, dass das Handy aus bleibt, dürft ihr – beispielsweise für Notfälle – am Handy erreichbar sein. Der Arbeitgeber darf allerdings generell nicht einzelnen Personen die Handynutzung untersagen und sie anderen erlauben. Doch aus hier gibt es Ausnahmen: Wenn der Arbeitnehmer wiederholt durch eine exzessive Handynutzung während der Arbeitszeit aufgefallen ist, darf der Arbeitgeber ein Verbot aussprechen.

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Faustregeln für die Handynutzung oder Handyverbote am Arbeitsplatz

Mit etwas Nachdenken fallen euch sicher selbst Gründe ein, die gegen eine Handynutzung an eurem Arbeitsplatz sprechen. Hier mal ein paar Regeln, die schon der gesunde Menschenverstand diktiert:

  • Durch die Handynutzung darf eure Arbeitsleistung nicht beeinträchtigt werden. Ihr werdet fürs Arbeiten bezahlt, nicht fürs Telefonieren.
  • Die Handynutzung darf andere Mitarbeiter oder Produktionsabläufe nicht stören. Also keine Telefonate während ihr am Fließband steht!
  • Das Fotografieren von Mitarbeitern oder Firmenräumen kann aus Gründen des Datenschutzes oder der Sicherheit untersagt werden.
  • Das Handyverbot am Arbeitsplatz muss alle Mitarbeiter gleich betreffen, wenn es sich nicht gerade um Diensthandys handelt.
  • Während der Pause dürft ihr das Handy nutzen, solange die Nutzung nicht gegen die technische Sicherheit (Flugzeuge, Messgeräte) verstößt oder andere massiv stört.
Bitte berücksichtigt, dass dieser Artikel eine Zusammenfassung verschiedener Meinungen und Veröffentlichung darstellt. Er kann nicht als Beweisquelle für einen arbeitsrechtlichen Prozess dienen. Solltet ihr wegen eines Verstoßes gegen ein Handyverbot abgemahnt worden sein, so sucht bitte die Hilfe eines erfahrenen Arbeitsrechtsanwalts!

Prinzipiell ist es also zulässig, dass euch während der normalen Arbeitszeit die Handynutzung untersagt wird, wenn sie die Arbeitsleistung einschränkt – für die ihr schließlich bezahlt werdet. Die Art des Handyverbots am Arbeitsplatz muss allerdings schriftlich festgelegt werden und für jeden gleich gelten.

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