Crusaders - Thy Kingdom come - Echtzeit-Strategie meets Rollenspiel

Leserbeitrag
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(flo) Nicht viel los war in der Vergangenheit auf dem Markt der Kreuzzugs-Spiele. Doch dank Neocore steht seit dem 14. August ein neuer Titel eben jenes Genres in den Regalen – Crusader Thy Kingdom come.

Crusaders  - Thy Kingdom come - Echtzeit-Strategie meets Rollenspiel

Wir schreiben das Jahr 1096 nach Christus, die Kreuzzügler versammeln sich am Bosporus, um gegen die Heiden in den heiligen Krieg zu ziehen und Jerusalem zu erobern. Hier kommen wir ins Spiel. Frisch gestärkt durch die vertextete Hintergrundgeschichte suchen wir uns unseren Helden aus fünf möglichen Recken heraus und verdingen uns damit mehr oder weniger christlich dem Papste.

Im Hauptmenü des Spiels finden sich Möglichkeiten neue Soldaten zu rekrutieren oder den eigenen Helden nach bestandenen Missionen mit den erworbenen Talentpunkten zu verbessern – nicht nur in passiven Fähigkeiten, wie mehr Ausdauer oder Geschwindigkeit für die eigenen Truppen, sondern auch in Spezialattacken für die Anführer. Im Verlaufe des Spiels bekommt man weiterhin die Möglichkeiten seine Kämpen mit stärkeren Rüstungen und Waffen auszustatten, die die hofeigene Schmiede im Kreuzfahrerheer selbst entwickelt. Hier enden aber auch schon die Rollenspiel-Elemente von “Crusade – thy kingdom come”.

Stürzen wir uns ins Schlachtgetümmel, doch auch hier lässt die Ernüchterung nicht lang auf sich warten. Bereits in der ersten Mission stellen wir fest, wie unglaublich langsam mittelalterliche Streitkräfte waren. Selbst der hilfreiche Knopf für die doppelte Spielgeschwindigkeit treibt unsere Fuß(müden)soldaten nicht wirklich zu Höchstegeschwindigkeiten – geschlagene vier Minuten brauchen unsere Einheiten bis zum gegnerischen Trupp, den wir jedoch direkt beim Betreten der Map schon sehen konnten. Zu allem Überfluss scheint auch die KI nicht sonderlich ausgereift – bleibt doch die Hälfte unserer Bogenschützen in einem überschaubaren Palmendickicht aus fünf mittelgroßen Gewächsen hängen und verweigert die Folgsamkeit.

Doch auch unser dezimierter Trupp um Sir Roger von Hastings hat trotz unserer Probleme die Übersicht zu behalten ein leichtes Spiel mit den anrückenden Schurken – schnell wird klar, dass nicht die taktische Aufstellung eures Trupps, sondern vielmehr die schiere, zahlenmäßige Überlegenheit der Schlüssel zum Erfolg eines jeden Auftrags ist.

Sind doch die Soldaten schön gestaltet und das ganze Szenerio sehr detailliert dargestellt, wird uns der Blick auf schnetzelnde Ritter durch die mehr als umständliche und auch alles andere als intuitive Kamerführung doch erhebliche getrübt.

Gutes Feature: Das Rufsystem in Form von Glaube[ und die durch Nebenmissionen steigende Freundschaft mit den verbündeten Nachbarstaaten motivieren, nicht nur von Mission zu Mission zu hüpfen, sondern gefundene Reliqiuen auch zu päpstlichen Händen zu schicken, um in der Gunst des obersten Glaubensträgers zu steigen.

Der Soundtrack zu “Crusaders – thy kingdom come” ist durchaus gelungen, wiederholt sich aber leider viel zu schnell – ein wenig Abwechslung hätte angesichts minutenlanger Wege zum nächsten gegnerischen Trupp sicher gut getan.

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