Wer im Internet unterwegs ist und sich mit anonymen Surfen beschäftigt, stößt irgendwann auf den Begriff Proxy-Server. Aber was ist ein Proxy-Server eigentlich? Wir versuchen das Ganze mal untechnisch, einfach und verständlich zu erklären und zu verdeutlichen, warum er so wichtig ist.

Was ist ein Server?
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Proxy-Server sind sehr praktisch, wenn euch eure Privatsphäre im Internet wichtig ist. Ja, aber was ist so ein Proxy eigentlich?

 

Was ist ein Proxy-Server? Und wie funktioniert er?

Ein Server ist – vereinfacht ausgedrückt – ein Computer aus dem Internet, der bestimmte Webseiten und andere Dienste (für Clients) bereitstellt. Eine Art der Server sind die sogenannten Proxy-Server. Sie werden vor allem im Zusammenhang mit anonymen Surfen erwähnt. Was genau tun sie also?

Wir erklären anhand von zwei Beispielen, was ein Proxy Server macht. In beiden Beispielen wird das gleiche Szenario behandelt – ihr öffnet eine Webseite auf eurem Computer –, allerdings geschieht das in Beispiel 1 ohne und in Beispiel 2 mit Proxy-Server.

Beispiel ohne Proxy-Server:

  1. Ihr ruft eine Webseite im Browser auf.
  2. Euer Computer schickt nun die eigene IP-Adresse an den zuständigen Webserver, der eure angeforderte Webseite verwaltet, mit einer Anfrage, die Daten zum Laden der Webseite zu bekommen.
  3. Der Webserver speichert eure IP-Adresse und schickt die gewünschten Daten und Dateien an euren Computer.
  4. Der Computer lädt die Daten in den Browser, der dann die Webseite anzeigt.

Fazit: In dem Beispiel kann euch der Server eindeutig anhand eurer IP-Adresse identifizieren. Erst wenn ihr eure IP-Adresse ändert, ist eine Rückverfolgung nicht mehr ohne Weiteres möglich.

Beispiel mit Proxy-Server:

  1. Ihr richtet einen Proxy-Server im Browser ein.
  2. Ihr ruft eine Webseite im Browser auf.
  3. Euer Computer schickt die Anfrage an den eingestellten Proxy-Server.
  4. Der Proxy-Server leitet die Anfrage weiter an den zuständigen Webserver eurer angefragten Webseite.
  5. Der Webserver speichert die IP-Adresse des Proxy-Servers und leitet die Webseiten-Daten an ihn weiter, der diese wiederum an euren Computer weiterleitet.

Fazit: Hier kennt der Webserver nur die IP-Adresse des Proxy-Servers (des Vermittlers), aber nicht eure eigene. Allerdings kann es sein, dass der Proxy unter Umständen eure IP speichert. Daher gilt: Je mehr Proxy-Server zwischen dem Empfänger und dem Sender liegen, desto sicherer ist, dass die IP-Adresse nicht auf euch zurückverfolgt werden kann. Auf diese Weise funktioniert das Tor-Netzwerk, siehe Firefox mit Tor: So funktioniert der Tor Browser.

Wichtig dabei: Ihr müsst eurem Proxy-Anbieter vertrauen können, andernfalls wäre eine VPN-Verbindung vermutlich die bessere Wahl, da dort Daten verschlüsselt weitergeleitet werden.

Warum ist ein Proxy-Server wichtig?

Ein Proxy-Server ist wichtig, weil er wie oben gezeigt eure Anonymität und Privatsphäre wahrt. In einer Zeit, wo Webseiten und Online-Dienste immer mehr private Informationen sammeln – seien es quantitative Daten wie „wo klicken Besucher meiner Webseite am meisten hin“ oder auch konkrete, handfeste Daten wie Hobbies, Vorlieben und Such-Statistiken – wird das Thema Datenschutz und Privatsphäre zunehmend wichtiger.

Proxys können einen großen Nachteil haben: Die Internetgeschwindigkeit wird langsamer, da eure Internetanfragen nun erst über den Proxy läuft. Wenn ihr einen schnellen Proxy-Server habt, funktioniert aber alles wie gewohnt. Bei kostenlosen Proxy-Angeboten wird die Verbindung aber oft spürbar langsamer.

 

Was kann ein Proxy-Server noch alles?

Ein Proxy-Server ist nicht nur da, um Identitäten zu schützen. Folgendes könnt ihr ebenfalls tun:

  • Ihr könnt einen Proxy als Cache einsetzen für Webseiten und Online-Inhalte, die oft abgerufen werden. Siehe auch: Cache: Was ist das und was kann ich damit tun?
  • Ihr kennt die YouTube-Meldungen „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar“? Wenn ihr einen Proxy einrichtet, der in dem entsprechenden Land steht, könnt ihr eure Anfrage darüber leitet. Dann könnt ihr diese Videos trotzdem in Deutschland ansehen. Siehe auch YouTube-Sperre umgehen.

 

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