Datenleak bei 31 Millionen Nutzern: Diese Tastatur-App ist betroffen

Johann Philipp
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Eine beliebte Tastatur-App hat persönliche Daten von rund 31 Millionen Nutzern ausgespäht und ungeschützt für jeden sichtbar ins Netz gestellt. Datenschützer schlagen Alarm: Passwörter, E-Mail-Adressen und Telefonnummern sind betroffen. Das müsst ihr beachten.

Datenleak bei 31 Millionen Nutzern: Diese Tastatur-App ist betroffen
Bildquelle: Pixabay CC0

577 GB umfasst die Datenbank in der Sicherheitsforscher von MacKeeper auf ungeschützte Passwörter, E-Mail-Adressen und weitere Nutzerdaten gestoßen sind. Sie stammen von der beliebten Tastatur-App Ai.type. Das Problem: Über die App werden alle Tastatur-Eingaben analysiert und auf einem Server gespeichert. Für diesen Server gab es kein Passwort und somit konnte theoretisch jeder darin herumschnüffeln. Mittlerweile soll die Datenbank nicht mehr frei zugänglich und mit einem Passwort geschützt sein. Ai.Type-Mitgründer Eitan Fitusi bestätigt auf Nachfrage des Magazins SPIEGEL, dass die Nutzerdatenbank aufgrund einer Panne nicht gesichert war.

Datenleak: Experten raten App zu löschen

Die Tastatur-App ist sehr beliebt und schafft es allein im Google Play Store auf über 10 Millionen Installationen. Für iOS ist die App ebenfalls erhältlich. Besonders kritisch sehen Experten die App für ihre vollen Zugriffsrechte, die sie verlangt. Dadurch kann sie zum Beispiel alle Eingaben über die Tastatur mitschneiden. Passwörter, Telefonnummern, Kreditkartennummern, alles, was über die Tastatur eingegeben wird. Wie ZDNet berichtet seien insgesamt rund 31 Millionen Nutzer der App betroffen. Experten raten, die App wegen dieser heftigen Datensammelei schleunigst zu deinstallieren.

Welche Tastatur-Tipps ihr beachten müsst, seht ihr im Video:

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Top 10: Tipps für Tastatur-Apps

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt auf Twitter vor dem Datenleck:

Die Sicherheitsexperten raten dazu, vorsorglich alle Passwörter und Zugangsdaten zu ändern und auf ungewöhnliche Aktivitäten zu achten. Wenn ihr euch ein neues Passwort sucht, nehmt euch kein Beispiel an diesen Ideen:

Die 25 dümmsten Passwörter des letzten Jahres: Gratulation!

Das ist Ai.type

Bei der App AI.type handelt es sich um eine App für das Smartphone, die eine Bildschirm-Tastatur erstellt und das Tippverhalten des Nutzers erlernt. Dadurch sollen intelligente Vorschläge das Tippen beschleunigen. Auf Nachfrage von t-online.de teilte ein Unternehmenssprecher mit, dass sich unter den sichergestellten Daten auch Informationen zu über einer halben Millionen Usern aus Deutschland befinden. Allerdings gebe es keine Anzeichen dafür, dass die ungeschützte Datenbank zuvor von irgendjemandem entdeckt und abgerufen worden war.

Nutzer sollten vor allem bei kostenlosen Apps vorsichtig sein. Man bezahlt sie häufig mit seinen eigenen persönlichen Daten. Auch wenn eine App Zugriff auf andere Anwendungen fordert, die nichts mit der eigentlichen App-Funktion zu tun haben, ist Skepsis angebracht.

Quelle: ZDnet, Spiegel, t-online

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