3D ohne Brille: Display-Folie Novaflex macht Smartphones 3D-fähig

Holger Blessenohl
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Primavril Novaflex
LG und HTC waren ziemlich stolz darauf, mit dem LG Optimus 3D bzw. HTC Evo 3D die ersten Smartphones mit 3D-Display vorgestellt zu haben. Möglicherweise macht jetzt die französische Firma Primavril aus Marseille allen Marketing-Bemühungen der beiden Smartphone-Produzenten aber einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Allein durch eine spezielle Display-Schutzfolie soll praktisch jedes Smartphone in ein 3D-Smartphone verwandelt werden. Allerdings muss auch das jeweilige Betriebssystem dafür noch angepasst werden.

Dafür sei man derzeit im Gespräch mit Verantwortlichen von Microsoft und Google, hat Primavril-Chef Dominique Gendron gegenüber dem französischen Technikblog www.la-sagasse-de-ordinateur.fr ausgesagt. Auf Android-Smartphones könnten demnach schon sehr bald die 3D-Folien aufgeklebt werden und auch Microsofts Phone 7-Team habe sich sehr aufgeschlossen gezeigt. Weitere Smartphone-Betriebssysteme wie Bada oder webOS sollen später folgen. Lediglich Apple habe auf Anfragen bislang nicht reagiert, wie Macnews.de berichtet. Gendron vermutet süffisant im Interview, Apple sei vermutlich selbst dann nicht an billigen Technologien interessiert, wenn sie einwandfrei funktionierten.

Die speziell geschliffenen Novaflex 3D-Folien sollen stereoskopisches 3D ohne Brille ermöglichen. 3D ohne Brille ist seit dem Launch des Nintendo 3DS die wohl wichtigste Innvovation im 3D-Bereich. Im Gegensatz zum anaglyphischen 3D sieht man beim stereoskopischen 3D den 3D-Effekt eher hinter dem Display. Es wirkt also nicht so, als kämen die Personen und Gegenstände aus dem Display heraus. Zudem ist bislang der Blickwinkel beim stereoskopischen 3D noch recht eingeschränkt, weshalb die Technologie nur in kleinen Mobilgeräten eingesetzt wird. Die meisten Experten gehen aber davon aus, dass sich langfristig die brillelosen 3D-Technologien überall durchsetzen werden. Wie die Folien auf die Smartphone-Displays aufgeklebt werden und dann in Zusammenarbeit mit der geänderten Firmware funktionieren könnten, kann man bei Androidnews.de ausführlich nachlesen.

Mit den Smartphones seien die Einsatzmöglichkeiten der Novaflex 3D-Folie aber noch nicht ausgeschöpft. Wie “La sagasse de ordinateur” weiter berichtet, entwickle Primavril bereits größere 3D-Folien, die dann auch auf Fernsehern und PC-Monitoren zum Einsatz kommen soll. Microsoft plane laut Gendron im kommenden Windows 8 softwareseitig die Voraussetzungen für den Einsatz der 3D-Folien zu integrieren. An entsprechenden Lösungen für Linux arbeite Primavril bereits selbst.

Besonders interessant ist die 3D-Technologie per Folie in erster Linie wegen des niedrigen Preises. Eine Smartphone-Folie soll es angeblich schon für weniger als 10 Euro geben, wie teuer entsprechende Folien für Fernseher würden, muss man abwarten.

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