3D ohne Brille: Toshiba, Sony und Sharp zeigen 3D der Zukunft

Holger Blessenohl

3D war bereits auf der CES 2010 der wichtigste Trend, 2011 haben die Unternehmen das nächste große Ding zumindest schon einmal gezeigt. Die leidige 3D-Brille, gleich ob aktiv oder passiv, soll weg. In praktisch allen Anwenderbereichen gab es zahlreiche Neuerungen mit 3D-Displays zu sehen, die ganz ohne Brille räumliches Sehen ermöglichen.

Wie funktioniert 3D ohne Brille?

Dabei haben vor allem LG Electronics und Toshiba mit 3D-Fernsehern für Aufsehen gesorgt, die vielleicht schon im laufenden Jahr 2011 in den Handel kommen sollen. Die Fernseher nutzen das sogenannte autostereoskopische oder Parallaxenschranken-Verfahren. Dabei werden vom LCD-Display zwei Bilder erzeugt, wobei Blenden dafür sorgen, dass das rechte und linke Auge verschiedene Bilder zu sehen bekommen. Das Ergebnis ist ein 3-dimensionales Bild, bei dem allerdings, anders als beim 3D-Verfahren mit Brille, die Bilder nicht aus dem Fernseher herauszukommen scheinen, sondern im Gegenteil hinter die „Leinwand“ treten. Man blickt also scheinbar in den Fernseher hinein. In primitiver Form kennt man das von den Wackelkarten mit 3D-Effekt.

Welche Geräte eignen sich für 3D ohne Brille?

Ein weiterer Nachteil des autostereoskopischen Verfahrens liegt im sehr geringen Betrachtungswinkel, bei dem der Effekt funktioniert. Das dürfte gemeinsames 3D-Fernsehen erheblich erschweren. Nicht ganz überraschend kommen viele CES-Ankündigungen fertiger oder fast fertiger Geräte mit ohne Brille sichtbarem 3D-Effekt daher auch von kleinen mobilen Geräten wie Smartphones, die nur von einer Person bedient werden. Auch das im Februar erscheinende Nintendo 3DS dürfte so funktionieren.

3D-Fernseher von Toshiba

In diesem Zusammenhang sollte man auch die beiden einzigen lieferbaren Fernseher von Toshiba sehen. Die TV-Geräte haben nämlich Display-Größen von nur 12 bzw. 20 Zoll. Lieferbar sind sie ohnehin nur in Japan, ein bekanntermaßen Neuerungen gegenüber sehr aufgeschlossener Markt. Auf der CES hat Toshiba bereits ein 40 Zoll Modell angekündigt, das sich die Kollegen von der Chip ansehen konnten. Ihr Urteil ist allerdings recht ernüchternd, der 3D-Effekt war demnach nicht gerade überwältigend und konnte auch nur bei nahezu perfektem Betrachtungswinkel realisiert werden.

Toshiba hat wohl noch arbeitsreiche Wochen vor sich. Bis spätestens März 2012 will Toshiba die ersten 40-Zöller in den deutschen Handel bringen, die 3D ohne Brille ermöglichen. Auf der CES hat Toshiba auch den weltersten Prototypen eines autostereoskopischen Displays mit 65 Zoll gezeigt. Sony lässt sich hingegen noch Zeit. Das auf der CES gezeigte OLED-Display in 24,5 Zoll Größe ist ausdrücklich nur ein Prototyp, immerhin aber bereits mit Full HD-Auflösung.

3D für Smartphones und Handhelds

LG Electronics hat auf der CES erste Prototypen von kleineren LCD-Displays für Smartphones gezeigt, die die „neue“ 3D-Technik beherrschen. Etwas weiter ist Sharp. Das japanische Unternehmen wird mit den beiden vorgestellten Galapagos-Smartphones schon bald die ersten Android-Handys mit 3D-Display ausliefern, das auch ohne Brille nutzbar ist. Allerdings nur in Japan. Auf denen kann man dann z.B. die 3D-Games Golfriends oder Mobile Pawafuru Proyakyo 3D spielen. Die sind von Entwickler Konami eben als 3D-Games programmiert worden und werden ebenfalls nur in Japan im Android Market auftauchen.

3D-Converter von Viewsonic und iPont

Bereits lieferbar ist mit dem 3DPF8 von Viewsonic ein Digitaler Bilderrahmen, der 2D-Bilder in 3D umrechnen können soll. Der 3D-Effekt sei dann auch ohne Brille sehbar, verspricht Viewsonic. Ein kleiner Überraschungscoup ist der ungarischen Firma iPont gelungen, die einen Converter vorgestellt haben, mit dem sich 3D-Videos für Brille in 3D-Videos ohne Brille umrechnen lassen. Wie Stephen Shankland von Cnet berichtet, ist ein Verkauf der vorgestellten Converter Box allerdings wohl nicht geplant.

Und zum Schluss: Eine 3D-Brille

Wem jetzt von den vielen 3D-Geräten, die ohne Brille auskommen sollen, etwas schwindlig geworden ist, dem kann abgeholfen werden. Für alle 3D-Brillenfreunde hat LG gemeinsam mit dem französischen Brillenhersteller Alain Mikli eine Shutter-Brille entworfen, die gut und edel aussieht, ergonomisch aufgebaut wurde und das Gewicht besser verteilen soll als gängige aktive 3D-Brillen (s. Artikelbild). Noch ist nicht entschieden, welche 3D-Technologie sich langfristig durchsetzen wird.

via Computerbase (Sony) via pocketnavigation.de (LG) via Chip (Sharp) via Cnet (iPont) via blueray-3d.de

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