Acer Iconia, W500, A500, Aspire One: Tablets und Netbooks auf der CeBIT

Holger Blessenohl
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Acer A100
Es war ein seltsames Bild. Während sich Stefan Ketzer, immerhin der deutsche Vertriebsleiter der Smartphone-Abteilung, problemlos eine Stunde Zeit für ein Gespräch über die neuen Acer-Smartphones nehmen konnte, rotierte sein für Netbooks und Tablets zuständiger Kollege Olaf Borngräber wild um den Tablet-Rundtisch herum und konnte sich vor Fragen und Fragenden kaum retten. Acers Tablets waren ohne Zweifel die mit der größten Spannung erwarteten Neugeräte auf der CeBIT.

Dabei war das meiste, was Acer auf der CeBIT an neuen Tablets und Netbooks präsentiert, schon bekannt und auf der CeBIT-Preview Anfang Februar auch schon zu sehen gewesen. Allerdings hatte man die beiden Tablets W500 und A500 damals noch nicht in natura gesehen, sie wurden aber auf dem MWC in Barcelona nachgereicht. Nun gab es also auf der CeBIT Acers Tablets erstmals vollständig offiziell in Deutschland zu sehen.

Acer Iconia
Auf besonders großes Interesse stieß wie zu erwarten Acers innovatives Konzept des Iconia Dualscreen-Tablets. Das ist im Prinzip ein Notebook, das aus zwei 14“ Touchscreen-Tablets gebildet wird. Möchte man auf dem Notebook-Tablet schreiben, legt man die beiden Handballen fest auf das untere Tablet und eine virtuelle Tastatur erscheint. Ich habe als 10-Finger-Tipper einmal versucht darauf zu schreiben, aber wegen des fehlenden Feedbacks und auch wegen der übergroßen Tasten habe ich nicht ein einziges Wort fehlerfrei tippen können. Ohne Hingucken scheint da nicht viel zu gehen. Die Tastengröße kann man allerdings noch ändern. Dennoch bin ich nach dem Versuch eher ernüchtert, was die praktische Nutzbarkeit des mit rund 1500 € auch nicht gerade billigen Tablet-Notebooks angeht. Laut Olaf Borngräber braucht man eine ¼ Stunde, um sich an das Tippen auf der virtuellen Tastatur zu gewöhnen. Soviel Zeit hatte ich natürlich nicht.

Acer Iconia mit Acer-Ring
Eine gute Idee ist der Acer-Ring, der jedes Mal auftaucht, wenn man alle fünf Finger einer Hand ringförmig auf das Display legt. Der Acer-Ring bietet einen schnellen Zugriff auf häufig verwendete Programme. Den Acer-Ring gibt es auf allen Acer-Tablets mit Touchscreen. Eine weitere gute Idee ist die Möglichkeit in Online-Zeitungen einfach durch Einkreisen mit dem Finger bestimmte Rubriken zu kennzeichnen und diese in das Programm My Journal zu integrieren. My Journal funktioniert dann ähnlich wie ein RSS-Feed-Reader und holt sich immer aktuell die neuesten Nachrichten aus den gewünschten Rubriken. So kann man sich seine persönliche dynamische Zeitung z.B. mit dem Politik-Teil der Süddeutschen, dem Wirtschafts-Teil der FAZ und dem Lokalteil der Berliner Zeitung zusammenstellen. Blogs, Videos und weiterer dynamischer Content sollten wohl auch integrierbar sein. Die Artikel im My Journal werden dann nach Aktualität sortiert.

Wirklich schick ist auch die Möglichkeit, Webseiten über beide Displays scrollen zu lassen, wobei das untere Display die exakte Fortsetzung des oberen ist. Ob damit das Lesen wirklich vereinfacht wird oder das Ganze einfach nur cool aussieht, muss man im längeren Test sehen. Ich jedenfalls freue mich schon auf das Testgerät, das wir geordert haben.

Acer W500
Einen zweiten Höhepunkt stellte das Iconia W500 dar, wie das im Namen versteckte W schon verrät mit einem Windows Betriebssystem ausgestattet. Hier ist der Clou die steckbare Tastatur, mit der das 10“ Tablet im Handumdrehen zum Netbook umfunktioniert wird. Aufgesteckt macht das Iconia W500 auch einen durchaus stabilen Eindruck. Etwas verwirrend ist zunächst der Versuch das Iconia Tab wie ein Netbook zusammenzuklappen. Beim Zusammenklappen wird das Tablet nach vorne aus der Verankerung herausgedrückt und kann dann auf das Tastatur-Dock gelegt werden, wo es mit Magneten zusammengehalten wird. Als Preis nennt Acer für das Iconia W500 499,- € für die reine Tablet-Variante und 599,- € für das Bundle mit Tastaturdock. Das Tastaturdock alleine soll 129,- € kosten, mit dem Bundle kann man also 30 € gegenüber dem Einzelkauf sparen.

Etwas weniger spannend sind die beiden Android-Tablets A100 mit 7“ Display und das A500 mit 10“ Display. Beide richten sich vornehmlich an Multimedia-Freunde und werden Android 3.0 Honeycomb als Betriebssystem haben. Für ausreichende Leistung wird in beiden Tablets ein Nvidia Tegra 2-Dualcore-Prozessor sorgen. Auf der CeBIT waren noch Modelle mit Android 2.2 zu sehen, die Auslieferung soll aber definitiv mit 3.0 Honeycomb erfolgen. Als Preise nannte Acer auf der CeBIT 499,- € für das Iconia A100 und 699,- € für das Iconia A500. Beide Preise sind aber noch nicht final, da kann sich also noch was ändern. Die Tablets sollen April/Mai erscheinen.

Schließlich hat Acer noch einige Netbooks vorgestellt, hier ist Acer mit dem Acer Aspire One bereits fest im Markt verankert. Auf der CeBIT hat Acer die beiden neuesten Modelle Acer Aspire One D522 und D255E vorgestellt. Wie Olaf Borngräber erläuterte, hat Acer seine Produktstrategie bei den Netbooks geändert. Statt unterschiedlicher Designs wie in der Vergangenheit möchte man zukünftig die Aspire One-Netbooks mit gleichem Design, aber unterschiedlicher Hardware anbieten.

Acer Aspire One D522
Besonders interessant ist das Aspire One D255E wegen des Windows/Android-Dualboots. Dabei kann von Android nach Windows 7 Starter Edition übergangslos gewechselt werden, ohne den Rechner erst herunter zu fahren. Umgekehrt funktioniert dies leider nicht. Als schnelles Alternativ-System ist Android in der sehr veralteten 1.6-Version installiert, ein Update auf die 2er oder gar 3er Version wird es wohl nicht geben. Ohnehin ist das Android wegen des sehr schnellen Bootvorgangs in erster Linie nur gedacht, um zwischendurch mal eben schnell den Webbrowser zu nutzen. Gefallen kann auch das matte LCD-Display und der niedrige Preis von nur 249,- €.

Das Aspire One D522 ist das hochwertigere Multimedia-Produkt mit HD-Display. Es ist Full HD-fähig, beherrscht Flash und wird mit einem HDMI-Anschluss ausgeliefert. Der Preis liegt bei 290,- €. Beide Netbooks bieten eine Akkulaufzeit von 8 Stunden und haben von Haus aus kein UMTS-Modul onBoard.

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