Ägypten blockt Twitter und Facebook

commander@giga

Die ägyptische Regierung setzt sich gegen Onlineaufrufe zu Massenkundgebungen zu Wehr: Die sozialen Netzwerke Twitter und offenbar auch Facebook sind dort nicht mehr zu erreichen. Die tunesischen Protestler konnte dies nicht aufhalten.

Bevor die Regierung Tunesiens vor knapp zwei Wochen gestürzt wurde, versuchte diese noch, mit Hilfe strenger Internetzensur der Welle an Massenprotesten beizukommen. Den Organisatoren sollte auf diese Weise das Wasser abgegraben werden. Das Ergebnis ist bekannt. Die neu eingesetzte Regierung (zu der gar ein Mitglied der Piratenpartei gehört) sucht Diktator Zine el-Abidine Ben Ali nun mit internationalem Haftbefehl.

Die Wut frustrierter, zumeist junger Araber greift nun auch auf andere Staaten um sich, welche ebenfalls versuchen, die Organisation von Protesten mit Internetsperren einzudämmen. Der Microblogging-Dienst Twitter bestätigte, dass der Dienst in Ägypten nicht mehr verfügbar sei. Zuvor wurde bereits vom Account der ägyptischen Vodafone-Niederlassung getwittert, dass nicht sie an der Sperre schuld seien, sondern der Dienst in ganz Ägypten nicht verfügbar sei. Laut dem Blog Bakya Masr ist nun auch Facebook nicht mehr nutzbar.

Inwiefern Regierungschef Mubarak, der keine weiteren Kundgebungen dulden möchte, mit dieser Strategie Erfolg hat, bleibt fraglich. Auch heute lieferten sich Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei, welche mit der Masse an Menschen zuweilen überfordert scheint. Eine Sperrung von Internetseiten könnte die Menschen nur noch weiter davon überzeugen, in einer Diktatur zu leben.

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

GIGA Marktplatz