Amazon goes Android: Das Anti-iPad-Kindle-Tablet kommt im Oktober

Holger Blessenohl

Wie einfach war es doch früher: Google war eine Suchmaschine, Apple hat Computer gebaut und bei Amazon konnte man Bücher und Sonstiges bestellen. Inzwischen machen Alle Alles, also vor allem Tablets. Und wenn die vom Wall Street Journal heute gestreuten Gerüchte stimmen, gehört auch Amazon ab Herbst zu den Tablet-Herstellern. Und was wird dann aus dem Kindle?

Nach den derzeit von Amazon offiziell nicht bestätigten Aussagen mehrerer Informanten, plant der ehemalige Online-Buchhändler für Oktober ein 9 Zoll großes Tablet mit Googles Android-Betriebssystem. Im Gegensatz zum iPad soll es aber keine Kamera haben – ein Tablet-Feature, das wohl ohnehin niemand groß vermissen wird. Weitere Details oder das Preisniveau, auf dem sich die Tablets positionieren sollen, sind nicht bekannt. Ein anderer Informant berichtete von einem zweiten Modell, das erst im nächsten Jahr kommen soll – was zumindest die Gerüchte vom Mai bestätigen würde, Amazon plane zwei Kindle-Tablets.

Sicher, ähm, also so sicher wie man bei Gerüchten halt so sein kann, ist bislang nur, dass, sollten die Gerüchte stimmen, es wohl nicht um eine Weiterentwicklung beziehungsweise Neuausrichtung des Amazon Kindle gehen wird. Das Kindle soll – als reiner eBook-Reader – für “Leser” weiter gebaut werden. Mit den neuen Android-Tablets möchte Amazon hingegen angeblich Apples iPad direkt angreifen, mithin also in deren Zielgruppe wildern.

Das Amazon-Tablet wäre jedenfalls nicht das erste Feld, auf dem die beiden IT-Konkurrenten aufeinander treffen. Beide Unternehmen haben einen eigenen Musikstore, einen Appstore und verkaufen digitale Bücher. Forrester-Analystin Sarah Rotman Epps klassifiziert die beiden Unternehmen daher auch als “frenemies”. Eine Zusammensetzung aus Friends und Enemies, da Amazon beispielsweise Kindle-Bücher auch über iTunes verkauft, während Apples Produkte selbstverständlich auch im Amazon-Store zu bekommen sind. Ob Amazons Android-Geräte gegen Apples immerhin schon in zweiter Generation vorliegende Hardware noch bestehen kann, konnte allerdings auch Epps nicht voraussagen.

Via Wall Street Journal

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