AMD: Nie wieder 3Dnow!

Frank Ritter

AMD will die 1998 eingeführten 3Dnow!-Erweiterungen in zukünftigen CPUs nicht mehr unterstützen. Der Satz aus CPU-Befehlserweiterungen konnte sich nie gegen Intels Gegenmodell SSE durchsetzen.

Es gab eine Zeit, da jede neue Prozessorgeneration mit neuen Befehlserweiterungen ausgestattet sein musste. 1998 warf AMD seinen neuen K6-2-Prozessor mit der 3DNow-Technik auf den Markt, die gemeinsam mit den kleineren Prozessorherstellern Centaur und Cyrix entwickelt wurde. Mit 3DNow! konnten Multimediaanwendungen bestimmte Befehle hardwareseitig ausführen, sofern die Software diese unterstützte. Intention der CPU-Anweisungen, die vor allem 3D-Berechnungen beschleunigen sollten war, Intels Pentium-Prozessoren die Stirn zu bieten, welche zu dem Zeitpunkt wesentlich leistungsfähiger in der Berechnung von Gleitkommazahlen waren. Dies wirkte sich vor allem in den ersten “echten” 3D-Spielen aus, etwa Quake von id Software. Im Vergleich zu einer K6-CPU lief beispielsweise das Spiel Quake 2 auf einer K6-2-CPU mit optimiertem Grafiktreiber um 87% schneller.

Die 3Dnow-Erweiterungen fanden jedoch nie große Unterstützung bei Programmierern, zumal bereits ein Jahr später Intel die bekannten und nach wie vor häufig verwendeten Streaming SIMD Extensions (SSE)-Erweiterungen einführte, die teils deckungsgleich mit 3Dnow! waren und seit dem Athlon XP (2001) vollständig auch von AMD-CPUs unterstützt wurden. Obgleich Cyrix und Cantaur sich zwischenzeitlich aus dem Markt verabschiedet hatten, wurde die Unterstützung von 3Dnow! bei AMD bis heute fortgeführt.

AMD hat im Firmenblog angekündigt, „in verschiedenen zukünftigen AMD-Prozessoren“ 3Dnow nicht mehr zu unterstützen. Softwareentwickler werden daran erinnert, dass die Unterstützung von CPU-Erweiterungen stets per Funktionsbit – statt Hersteller-ID – während der Laufzeit von Programmen überprüft werden sollten, bevor sie eingesetzt werden.

Zwei CPU-Anweisungen sind laut AMD ausgenommen: PREFETCH und PREFETCHW erhalten eine eigene Klasse, AMD wird diese weiterhin unterstützen. Programmierer erhalten Instruktionen zum Ändern ihrer Applikationen, sodass diese SSE-Instruktionen verwenden im AMD64 Architecture Programmer's Manual, Volume 5.

Auf Nutzerseite ist der Verlust von 3DNow kein großer Verlust. AMD hält mit den eigenen Prozessorlinien längst mit den Intel-CPUs Schritt, auch in puncto Gleitzahlberechnung. Die mehr oder weniger köhärente Unterstützung der SSE-Anweisungen und ihrer Nachfolger in Intel- und AMD-CPUs neueren Datums tut ihr übriges.

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