Apple: Neues Abo-Modell erzürnt Verleger

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Geht es nach Apple, können Zeitungsverlage ihre Abonnements künftig nicht mehr selbstständig via App vertreiben. Ab April möchte der iPad-Anbieter pro Ausgabe mitverdienen. Politiker und Verlage sehen einen Missbrauch der Monopolstellung.

Matthias Döpfner, Chef des Axel Springer-Verlages, sah in der Vergangenheit im iPad die Zukunft des Journalismus. Man war Appe geradezu dankbar für die geschlossene Umgebung, die den Verlagen neue Geschäftsmodelle ermöglicht. Nun könnte sich das Blatt jedoch wenden. Belgischen und niederländischen Medien zufolge plant Apple eine Umstellung der Zulässigkeit von Zeitschriftenabos für das iPad. Bislang konnten Verlage einmalig eine Applikation anbieten und über diese ihr Geschäftsmodell anbieten. Apple verdiente daran genau einmal mit: Beim Verkauf der App.

Nun sind die (vorerst niederländichen und belgischen) Medien angehalten, ab dem ersten April ihre Abos nicht mehr über die Apps laufen zu lassen. Stattdessen will Apple den Vertrieb übernehmen und pro Ausgabe 30 Prozent, also die übliche Gebühr für neue Apps, einbehalten. Die Verlage sehen dies aus zwei Gründen problematisch. Einerseits ist bei Abonnements der gedruckten Ausgabe meist eine Gratisnutzung der App inbegriffen. Dieses Modell wäre dann so wohl nicht mehr möglich. Zweitens sehen die Verlage den Umstand kritisch, dass Leser und Verlage entfremdet werden. So sollen die Verlage nicht einmal mehr Einsicht in die Listen der Abonnementen erhalten, die über Apple die digitale Zeitschrift beziehen. Sie befürchten, zum reinen Contentlieferant für Apple zu werden.

Die niederländische Partei VVD sieht hier einen Missbrauch Apples marktbeherrschender Stellung und hat die Medienaufsicht eingeschaltet.

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