Apple zahlt den Major-Labels über 100 Mio Dollar für iCloud-Freigabe

Peer Göbel

Apple scheint das Wettrennen um die Zukunft der Musiknutzung vorerst gewonnen zu haben. Noch vor Google und Amazon gelang es dem IT-Unternehmen, alle Major-Labels (die etwa 80 Prozent des Musik-Weltmarkts unter sich vereinen) für seinen iCloud-Musikdienst zu gewinnen. Das lässt sich das Unternehmen über 100 Millionen US-Dollar kosten, wie die New York Post berichtet.

Apple zahlt offenbar jedem Major Label zwischen 25 und 50 Millionen Dollar allein dafür, dass sie ihre Songs für den Dienst zur Verfügung stellen. Ein Artikel der New York Post, der sich auf drei unterschiedliche Quellen beruft, spricht von einer Summe zwischen 100 und 150 Millionen Dollar insgesamt.

Die Vorauszahlungen legen die Latte hoch für die Konkurrenz: Auch Google verhandelt seit Monaten mit den Major Labels und muss nun tiefer in die Tasche greifen. Laut der New York Post könnte Google Music im September gestartet werden.

Schon am Montag könnte Steve Jobs iCloud auf der WWDC vorstellen, der World Wide Developer Conference. In einer Pressemitteilung von Apple wurde der Onlinespeicher- und Musikdienst bereits angekündigt. Wie Amazon Cloud Drive und Google Music stellt iCloud den Nutzern Online-Speicherplatz zur Verfügung, wo sie ihre Daten und ihre Musik lagern und von jedem beliebigen Gerät mit Internet-Anschluss darauf zugreifen können. Kein lästiges Überspielen vom Computer aufs Smartphone, sondern einfach immer online verfügbar. Die Musik müsste nicht einmal hochgeladen werden, ein Programm würde die Festplatte durchsuchen und die Tracks der iTunes-Mediathek einfach auch online freischalten. Dafür braucht Apple die Zustimmung der großen Plattenfirmen, die offenbar gestern und heute alle eingewilligt haben, wie das Company-Town-Blog der LA Times berichtet: Alle vier Majors sind dabei – Warner, EMI, Universal und Sony.

Apple überlegt, für den Dienst 25 US-Dollar pro Jahr zu nehmen. Von den Einnahmen würde Apple laut NY Post 30 Prozent bekommen, 12 Prozent würden an die Verlage und der Rest an die Labels und ihre Künstler gehen.

 

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