Betreiber von kino.to horteten Millionen

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Wer gedacht hat, dass die Video-Seite kino.to ein selbstloser Akt von politisch inspirierter Copyleft-Freizügigkeit war, muss spätestens jetzt einsehen: Die haben das gemacht, um Geld zu verdienen. Denn Fahnder beschlagnahmten drei Luxusautos sowie Konten mit über 2,5 Millionen Euro, die den Betreibern von kino.to gehörten.

Die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft bestätigte über ihren Sprecher Wolfgang Klein, dass auf Konten in Spanien rund 2,5 Millionen Euro sichergestellt worden seien, die auf den Hauptbeschuldigten aus Leipzig liefen. Zudem seien drei Luxus-Autos in Deutschland und Mallorca beschlagnahmt worden und über 200.000 Euro auf Konten in Deutschland. Der Beschuldigte war wohl der Kopf von kino.to, das sich immer mehr als ausgeklügeltes System von Verlinkungen auf Streaming-Plattformen erweist – ein “hochkriminelles und profitorientiertes System”, erklärte Wolfgang Klein. Alles sei bis ins Detail organisiert gewesen, von der Beschaffung der Filme über die Bereitstellung der Links auf kino.to bis zur Entlohnung der Beteiligten – deren Löwenanteil natürlich bei den Betreibern in Leipzig hängenblieb.

Vor knapp zwei Wochen flog das System auf, am 8. Juni wurden in einer groß angelegten Aktion der Dresdner Generalstaatsanwaltschaft 13 Personen verhaftet und die Website kino.to abgeschaltet. Nun laufen die Vorbereitungen zu einer Klage gegen mittlerweile über 20 Verdächtige, dass sie als Streaming-Hoster illegale Kopien von Filmen (auch aktuelle Kino-Hits) für Internet-User bereitgestellt haben – übersetzt in Juristendeutsch ist das die Bildung einer kriminellen Vereinigung und die gewerbsmäßige Verletzung des Urheberrechts.

Stream schauen illegal?

kino.to war eine beliebte Website zum Streaming von Kinofilmen – illegalerweise. Angeblich haben sich dort zuletzt täglich Hunderttausende Menschen Filme angeschaut. Ob diese rechtlich belangt werden können, ist umstritten. Angeblich wird ein Präzedenzfall vorbereitet, vor gut einem Jahr schrieb ein Rechtsanwalt bei uns zu dem Thema, dass es eine rechtliche Grauzone sei – und die Klärung der Rechtmäßigkeit wohl durch Gerichte vorgenommen werden müsse. Der Schaden für die Filmindustrie wird jedenfalls laut dem Sprecher der Dresdner Generalstaatsanwaltschaft auf eine zweistellige Millionenhöhe geschätzt.

Bis das alles geklärt ist, werden aber noch Monate vergehen. “Wir müssen Beschuldigte und Zeugen vernehmen, die Spur des Geldes verfolgen und eine gigantische Menge von Computer- und Serverdaten sichten”, erklärte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Legale Alternativen

Gucken die kino.to-User nun in die Röhre? Das muss nicht sein: Wir haben legale Alternativen zu kino.to zusammengestellt. Da ist einiges dabei!


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