Betriebssystem Firefox OS aus dem Hause Mozilla vorgestellt

Martin Maciej

Hat sich der Firefox Download auf dem hart umkämpften Browsermarkt als eine der beliebtesten Alternativen für deutsche Internetnutzer bewährt, zielt Mozilla nun auf den ebenso konkurrenzstarken  Smartphone-Markt ab. Im Rahmen des Mobile World Congress 2013 (MWC) in Barcelona stellt Mozilla das neue mobile Betriebssystem Firefox OS vor.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom soll im Sommer 2013 mit dem Alcatel One Touch bereits das erste auf Firefox OS basierende Smartphone auf dem Markt erscheinen. Angepeilt ist hierbei vorerst eine Veröffentlichung in Polen. Im Laufe des Jahres sollen mit Firefox-OS betriebene Smartphones dann auch in weiteren Ländern veröffentlicht werden. Mozilla konzentriert sich dabei mit einem niedrigen Einstiegspreis vorrangig auf Smartphone-Anfänger in Schwellenländern. Die Großmärkte USA und Deutschland sollen erst in vier bis fünf Jahren ins Auge gefasst werden.

Erste Firefox OS-Smartphones von Alcatel, LG und ZTE angekündigt

Neben Alcatel kündigen auch LG und die chinesischen Hersteller von ZTE Veröffentlichungen von Smartphones mit Firefox OS an. Die Platzhirsche auf dem Smartphone-Markt, Samsung, HTC oder Nokia planen derzeit noch keine Veröffentlichungen mit dem neuen Betriebssystem. Hochwertige Technik muss dem angepeilten günstigen Preis der ersten Firefox OS Smartphones weichen. Das Alcatel One Touch Fire nutzt einen Qualcomm-Snapdragon-Prozessor mit 1 GHz.

Im Gegensatz zu den Marktführern der iPhone- und Samsung-Modelle ist bei Firefox OS Smartphones kein Jailbreak, bzw. Rooten nötig, um Drittanbieteranwendungen zu starten.

OpenSource-Betriebssystem mit eigenem Firefox Marketplace

Das neue Betriebssystem für Smartphones setzt sich aus der HTML5-Technologie zusammen. Auch wenn das Firefox OS komplett auf OpenSource-Bestandteilen basiert, soll die Benutzeroberfläche wie gewohnt aussehen und bedienbar sein. Alle Schnittstellen sind für Entwickler freigegeben. Apps können dabei anders als bei Samsung-Vertretern oder dem iPhone nicht nur in einem eigens eingerichteten App-Markt bezogen werden, sondern auch direkt von Webseiten der App-Entwickler. Somit entzieht sich Firefox OS einem geschlossenen Ökosystem, wie es der Android-Market oder der iTunes App Store darstellt. Mit dem Firefox Marketplace besteht aber auch eine gewohnte zentrale Sammelstelle, um seine Apps anzubieten, bzw. herunterzuladen. Werden die Apps über den Marketplace vertrieben, teilen sich die Hersteller und Mozilla den Gewinn im Verhältnis 70 zu 30. Wird die App direkt über die Herstellerwebseite bezogen, darf dieser den gesamten Gewinn für sich behalten, muss jedoch auf die Möglichkeit, sich im Schaufenster des Marktplatzes zu präsentieren verzichten.

Die Apps können im Gegensatz zu vergleichbaren Angeboten ohne Kreditkarte gekauft werden, abgerechnet werden kann u. A. direkt über die Telefonrechnung.

Eine Tablet-Version des Firefox OS ist noch nicht in Aussicht. Auch andere Browser-Hersteller sind auf dem Mobile World Congress vertreten. So wird in Barcelona in den kommenden Tagen noch Vorstellung von Operas erster Browser-Version mit WebKit, den mobilen Browser “ICE” erwartet.

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