Bing nutzt Google-Ergebnisse, Microsoft dementiert

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Google wirft Microsoft vor, systematisch Suchergebnisse abzugreifen und in die eigene Suchmaschine Bing einzuspeisen. Nach einem halben Jahr Recherche mit Nonsensbegriffen glaubt man dafür Beweise zu haben. Microsoft widerspricht.

Google berichtet in einem Blogeintrag darüber, wie Microsofts Suchmaschine Bing systematisch Suchergebnisse von Google nutzt, um die eigene Suche zu verbessern. Aufgefallen ist dies Google-Mitarbeitern, nachdem ein falsch geschriebenes Wort bei beiden Suchmaschinen die gleichen Ergebnisse lieferte – bei Google jedoch mit einem Hinweis auf die richtige Schreibweise, bei Bing ohne. Man wunderte sich, wie Bing die Ergebnisse kennen konnte, wenn die richtige Schreibweise dort unbekannt war.

Also startete man einen Test: Seitens Google wurden Nonsensbegriffe, die nie ein Mensch eingeben würde, mit bestimmten Seiten verknüpft, die völlig themenfremd waren. Eine normale Suche würde nie auf diese Seite führen – außer bei Google. 20 Mitarbeiter wurden nun mit frischen Laptops ausgetattet, auf denen sich nur der Internet Explorer 8 mit integrierter Bing-Toolbar befanden. Die Mitarbeiter suchten über Google diese Suchbegriffe, und wurden entsprechend auf die Seiten gelenkt, die Google dafür vorgesehen hat. Ergebnis: innerhalb weniger Wochen spuckte Bing dieselben Ergebnisse aus. Dieser Versuch lief ein halbes Jahr lang.

Vermutet wird, dass sich Bing sowohl den Internet Explorer als auch die Toolbar zu Nutze macht, um Daten zu Microsoft zu senden, die Aufschluss über das Suchverhalten von Nutzern geben. Microsoft gibt sich ein wenig zugeknöpft. Die erste Reaktion eines Sprechers lautete schlicht: “Wir kopieren keine Ergebnisse von Google.”

Mittlerweile ist eine etwas längere Rechtfertigung erschienen, laut der Bing mehr als 1000 Signale und Features in ihrem Algorithmus nutzt, um die Suchergebnisse zu verbessern, ein kleiner Teil davon beinhaltet auch das Klickverhalten der Nutzer, welche diesem per Opt-in zustimmen. Das von Google vorgeworfene Verhalten wird also nicht einmal geleugnet, sondern lediglich als irrelevant abgetan. Den “Google-Stunt” möchte man als Kompliment für die eigene gute Arbeit aufgefasst sehen.

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