Bitcasa: Grenzenloser Speicher für 10 Dollar im Monat

commander@giga

Für 10 Dollar im Monat verspricht das Startup Bitcasa undendlich großen Cloudspeicher als Backauplösung. Interessanter als das Geschäftsmodell ist jedoch die technische Umsetzung.

Daher soll an dieser Stelle auch gar nicht groß die Werbetrommel bedient werden. Wer will, kann sich hier für die Bitcasa Beta anmelden, die grundsätzlichen Kritikpunkte an Cloud-Lösungen bleiben trotz der Umsetzung, auf die gleich eingegangen wird, bestehen. Letztendlich weiss niemand, wo die Daten am Ende landen, und bei einer Pleite, die das Backup gleich mit verschwinden lässt, sind Startups auch nie gefeit. Nun denn, sich selbst beschreibt Bitcasa so:

Bitcasa Reveal Video from Bitcasa on Vimeo.

Dass sich TechCrunch ebenfalls recht euphorisch äußert, könnte daran liegen, dass sie via CrunchFund am Unternehmen beteiligt sind, die technische Erläuterung liest sich dennoch beeindruckend.

Im Gegensatz zu Dropbox, Amazon Cloud Services, Microsoft SkyDrive und wie sie alle heissen funktioniert Bitcasa (ist die Ähnlichkeit zu Picasa eigentlich Absicht? Ich rieche eine Abmahnung.) nicht wie eine klassische Cloud. Es gibt kein installierbares Programm, das ein zusätzliches Rechnerlaufwerk erzeugt, das dann synchronisiert wird. Statt dessen wird einfach der gesamte Festplatteninhalt gespiegelt. Nun befinden sich auf einem typischen Rechner diverse Dateien, die man überhaupt nicht der Cloud anvertrauen möchte. Ob das nun wichtige Arbeitsunterlagen sind oder… ihr wisst, wie es läuft. Warum sollte man also Bitcasa all seinen Privatkram anvertrauen? Nun, das Unternehmen gibt an, dass bei ihm überhaupt keine klassischen Dateien ankommen. Vielmehr wird die gesamte digitale Information einfach roh auf ihren Servern gespeichert, ohne sie tatsächlich als Dateien abzulegen. Das Unternehmen sieht nur (verschlüsselte) Einen und Nullen und interessiert sich nicht dafür, was genau der Inhalt ist. Und laut eigenen Angaben hat es auch nicht die Möglichkeit, dies im Nachhinein festzustellen.

Der zweite Clou soll dafür sorgen, dass das Modell bezahlbar bleibt. Bitcasa führt im großen Stil “Deduplication” durch. Soll heissen, dass eine Information, die sich zwei mal auf dem Rechner befindet, nur einmal gespeichert wird. Dies soll sogar benutzerübergreifend funktionieren. Spiegeln zwei Nutzer die gleiche mp3 auf Bitcasa, haben sie diese nur einmal auf ihren eigenen Servern aufliegen. Dadurch soll die Kapazität soweit herunterschraubt werden, dass man seinen Kunden “unendlich” Speicher für einen relativ geringen Preis anbieten kann.

Neben den sicherheitsrelevanten Aspekten bleiben natürlich andere Fragen offen, zum Beispiel, inwieweit der Service die Leistung des PCs beeinflusst. Und sollte das tatsächlich alles funktionieren, wie sehen die weiteren Plänse aus? Über Lösungen für Mobilgeräte und selbst das Streamen von Filmen wird wohl bereits nachgedacht. Bleibt abzuwarten, ob sich das noch sehr kleine Unternehmen (“Wir haben 20 Patente!”) nicht übernimmt.

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