Großbritannien: Brite in Haft wegen Weigerung, Passwort herauszugeben

Frank Ritter

Der 19-jährige Oliver D. wurde zu einer 16-wöchigen Haftstrafe verurteilt, nachdem er sich weigerte, der Polizei ein persönliches Passwort auszuhändigen. In Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern wurde 2009 sein Computer beschlagnahmt. Allerdings wurden Daten auf dem Computer mithilfe eines 50 Zeichen starken Passworts gesichert.

Im September wurde D. wegen der Weigerung verhaftet, dieses Passwort an die Ermittler herauszugeben. Seit 2000 existiert im Vereinigten Königreich als Teil des Regulation of Investigatory Powers Act ein Gesetz, dass es unter Strafe stellt, die Herausgabe persönlicher Passwörter zu verweigern. Auf Basis dieses Gesetzes wurde Oliver D. nun zu einer Haftstrafe von 16 Wochen verurteilt.

Ein Sprecher der Polizei Lancashire gab an, dass die Verurteilung D.s, eines ansonsten unbescholtenen Bürgers, ein starkes Signal sende. Die in diesem Fall angewandte Gesetzgebung sei spezifisch für solche Kriminellen eingeführt, die das Internet für ihre Verbrechen nutzen.

Tools zur Dateiverschlüsselung sind, bei der Nutzung einer entsprechenden Passphrase nahezu unknackbar. Ein kostenloses und quelloffenes Tool für diese Zwecke ist etwa TrueCrypt. Die Polizei versucht nach wie vor, die Passphrase zu entschlüsseln, um den Inhalt der Datei auf Oliver D.s PC einzusehen.

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