Cablegate: Diplomaten-Depeschen geleakt – bei WikiLeaks

Man mag es als Ironie auffassen: Die norwegische Tageszeitung Aftenposten hat laut eigenen Angaben Zugriff auf sämtliche Diplomatendepeschen, die WikiLeaks erhalten hat – und eigentlich nur häppchenweise veröffentlichen wollte.

Es scheint, als habe WikiLeaks mit einem eigenen Datenleck zu kämpfen. Die norwegische Tageszeitung Aftenposten jedenfalls behauptet, Zugriff auf sämtliche Diplomatendepeschen zu haben, die der Plattform zugespielt wurden (Artikel in Google Translate-Übersetzung ). Die Zeitung behauptet, kein Geld für die Informationen gezahlt zu haben und dass keine Bedingungen an die Überlieferung der Daten geknüpft sind. Man will dennoch nicht alle Depeschen zugänglich machen, um dort genannte nicht zu gefährden. Zunächst sollen alle Dokumente gesichtet und dann entschieden werden, welche man veröffentlichen möchte.

Abgesehen davon, dass der Aftenposten kein Klatschblatt ist, ist die Information auch so glaubwürdig. Julian Assange dürfte derzeit ein wenig zu beschäftigt sein, um sich ausgiebig mit der Kernkompetenz von WikiLeaks zu beschäftigen. Und unter den Mitarbeitern gibt es schon seit geraumer Zeit Streit um die Ausrichtung der Plattform. Viele verlangen, erhaltene Dokumente sofort zu veröffentlichen und nicht für exklusive Deals vorzuenthalten. Obwohl viele Befürworter dieser Strategie mittlerweile mit Openleaks eine eigene Whistleblower-Plattform aufbauen, könnte es unter den Verbliebenene dennoch jemanden geben, der dieser Philosophie folgt und dem Aftenposten die Daten zugespielt hat.

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