CES 2011 Neuheiten: Tablets, 3D und Sandy-Bridge

Holger Blessenohl
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CES Logo
Am 6. Januar beginnt in Las Vegas die weltgrößte Schau von Consumer Electronics, aber schon im Vorfeld haben die Platzhirsche die Themenfelder abgesteckt, die die CES 2011 dominieren werden. Der große Trend der vergangenen CES, 3D, wird erneut ein wichtiges Thema sein, dieses Mal bei PCs und Laptops statt Fernsehern. Weitere wichtige Themen werden Tablets, Intels Sandy-Bridge-Architektur und die Zukunft von Android sein.

3D-Grafikkarten: AMD zieht Nvidia nach

So wird Grafikkartenhersteller AMD wohl seine ersten 3D-fähigen GPUs präsentieren. Konkurrent Nvidia hat mit der Nvidia 3D Vision bereits ein abgestimmtes 3D-Set mit Brille, Receiver, USB-Karte und natürlich Grafikkarte im Angebot. AMD wird laut Dan Ackermann nun kein eigenes Set entwickeln, sondern eine GPU, die mit den allen gängigen 3D-Varianten kompatibel sein soll. „3D for Everyone“ sei das Konzept der AMD HD3D-Karten. Die meisten 3D-Fernseher und –Monitore wird wohl Samsung zeigen. Die Südkoreaner sehen in 3D ein großes Zukunftsthema im Home Entertainment. Das alles bestimmende Thema der CES und des kommenden IT-Jahres dürfte aber ein anderes sein.

Tablet-PCs mit Intel-Prozessor

Tablets mit Intel-Prozessor
Die Hersteller überschlagen sich geradezu mit Ankündigungen von Tablet-PCs. Rund 50 Modelle könnten auf der CES gezeigt werden. Nach einem Jahr scheint Apples Technologie-Vorsprung mit dem iPad also deutlich zu schrumpfen. Motor der Tablet-Schwemme könnte Intel werden, die bereits angekündigt haben, dass 35 Hersteller in der ersten Jahreshälfte Tablet PCs mit Atom-Prozessoren auf den Markt bringen werden, darunter bekannte Computerproduzenten wie Acer, Lenovo, Dell, Toshiba oder Asus. Die meisten kann man vermutlich schon auf der CES sehen.

Apropos Asus: Eine ganze Armada von Tablets unter dem Namen Eee Pad will der taiwanesische Hersteller veröffentlichen. Die Geräte sollen die Display-Größen von 7-12 Zoll abdecken, verschiedene Eingabefunktionen wie Slider-Keyboards oder sogar Stylus Pens unterstützen und als Betriebssystem Windows 7 oder Android haben, letzteres vermutlich erst später. Auf der CES gibt es hoffentlich einige Modelle zu sehen. Auch MSI hat die ersten Tablets für die CES angekündigt.

PC-Technik: Intels Sandy-Bridge und Windows 8

Bislang steht Intel noch recht schwach im stark wachsenden Tablet-Segment, wo vorrangig ARM-Prozessoren verarbeitet werden. Doch nicht nur Intel hat Schwierigkeiten im neuen Markt, auch der andere große Riese, Microsoft, hat Startprobleme. Bis jetzt gibt es kaum Tablets mit Windows 7. Das könnte sich aber nach der CES schnell ändern, denn die Gerüchteküche sagt ein für die ARM-Architektur optimiertes Windows 7 voraus, das dann möglicherweise Windows 8 heißt, wie weiter gemunkelt wird. Bei den Netbooks hat Microsoft ja schon einmal vorgemacht, dass sie mitunter durchaus in der Lage sind, Märkte schnell zu erobern. Auf Steve Ballmers Keynote darf man also wie jedes Jahr gespannt sein.

Ein weiteres Gesprächsthema dürften Intels verbesserte Core-Prozessoren unter dem Markennamen Sandy-Bridge werden. Angekündigt sind sie schon seit langem, gesehen haben sie bis jetzt nur wenige. Auf der CES wird Intel viel zu erzählen haben. Auch die ersten Rechner mit Sandy-Bridge-Prozessoren sind schon angekündigt. So wird z.B. Lenovo neue und alte Ideapad-Serien mit Sandy-Bridge-Prozessoren vorstellen.

Möglicherweise auf der CES: Sony Playstation Phone und Nintendo 3DS

Nintendo 3DS
Ebenfalls der Gerüchteküche zuzuordnen ist das Sony Playstation Phone, das seit einiger Zeit durch die Foren geistert. Zumindest Sony behauptet, dass an den Gerüchten nichts dran sei. Aber das sagen sie vorher ja immer. Das kommende Handheld 3DS dementiert Konkurrent Nintendo hingegen ganz und gar nicht. Mit selbst lancierten Meldungen zu möglichen Gefahren in der frühkindlichen Entwicklung durch 3D-Gamen hat Nintendo schon im Vorfeld reichlich Staub aufgewirbelt. Offiziell soll das Nintendo 3DS erst im März in den USA und Europa in die Läden kommen, aber vielleicht zeigen sie es ja vorher schon einmal auf der CES, damit man selbst einen Eindruck bekommen kann von der zerstörerischen Kraft brillenlosen 3D-Sehens.

Die Zukunft von Android: Honeycomb

Samsung Galaxy Player
Und was macht Android? Das beliebte Betriebssystem für Smartphones wird von den Google-Entwicklern unter dem Markennamen Honeycomb mit Hochdruck auf den Einsatz auf Tablets vorbereitet. Motorola möchte dabei versuchen, endlich wieder einmal in der Pole Position zu landen. Zumindest hat sich der US-Hersteller in einem YouTube-Clip recht vollmundig an die Spitze der Tablet-Entwicklung gestellt und sich über Samsungs veraltete Android-Version im Galaxy Tab lustig gemacht. Samsung wird im Gegenzug die Galaxy-Serie einfach weiter ausbauen und mit dem Galaxy Player einen Galaxy S ohne Telefonfunktion vorstellen. Schließlich hat Apple mit dem iPhone und dem iPod Touch ja schon vorgemacht, wie einfach man dasselbe Gerät einmal mit und einmal ohne Telefon verkaufen kann.

Was es sonst noch gibt? Shawn Dubravac, CFA Chief Economist and Director of Research der CES erwartet die weitere “App-lifikation“ und Internet-Anbindung aller möglicher Hardware. Aber dafür muss man vielleicht noch nicht einmal Prophet sein.

Wer gerne dabei sein möchte, den weiten Weg nach Las Vegas aber scheut, kann sich von zahlreichen Herstellern die Livestreams ihrer Präsentationen ansehen, wegen der Zeitverschiebung allerdings mitten in der Nacht. Hier gibt es eine Liste aller CES-Livestreams.

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