Civilization 5 im Test - Demo und Handbuch kostenlos downloaden

Tobias Heidemann
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Zivilisation oder Barbarei? Firaxis Games hat das neue Civilization vom Staub seiner ruhmreichen Geschichte befreit. Etliche Features des Vorgängers wurden gestrichen. Kommen die anspruchsvollen Fans der Serie noch auf ihre Kriegskosten oder ist das neu Civilization 5 ein Leichtgewicht für Aushilfsstrategen? Wir verschaffen euch einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen des Strategie-Hits und zeigen euch einen Video-Walkthrough der Entwickler. Dazu gibt es die Demo kostenlos und das komplette Handbuch auf Deutsch als Gratis-Download.

Civilization 5: Und Sid sah, dass es gut war

Frei nach Karl Marx ist die Religion ja bekanntlich das Opium des Volkes. Ob Sid Meier ein Marxist ist, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Tatsache ist aber: Der Mann hat die Religionen aus seinem Spiel gestrichen! Eine revolutionäre Praxis, könnte man meinen – war doch gerade das Religionssystem das wohl größte Alleinstellungsmerkmal von Civilization 4. Doch damit nicht genug. Auch Spionage, Technologiehandel und Umweltverschmutzung sind dem Rotstift der Entwickler zum Opfer gefallen. Die Liste der gestrichenen Features ist lang. Lang genug, um schon vor dem offiziellen Release ein Unbehagen in der Fankultur zu verbreiten.

Die Traditionalisten der 1991 entstandenen und äußerst erfolgreichen Reih nahmen also schon das Schlimmste an. Wird mit Civilization 5 nur eine vereinfachte Lightversion geschaffen, um damit eine neue Käuferschicht zu locken? Immerhin hatte sich die Marke mit dem Konsolen- und iPhone/iPad-Ableger Civilization Revolution schon sehr erfolgreich in diese Richtung entwickelt. Ist der unbestrittene König der anspruchsvollen Rundenstrategie also nur noch ein schödes Abziehbild einst ruhmreicher Tage?

Revolution oder Reform?

Civilization 5 wurde von den Entwicklern tatsächlich zu einer radikalen Entschlackungskur geschickt. Was am Ende übrig blieb, sind die Schlüsselelemente des Spiels – und die überzeugen im fünften Teil der Serie mehr denn je: Ein kleiner Stamm Menschen wird vom Spieler aus der Steinzeit durch die Jahrtausende hindurch in die Zukunft geführt. Das Ziel ist es, die größte und am weitesten entwickelte Zivilisation zu erschaffen. Für den erfolgreichen Runden-Ritt durch die gesamte Menschheitsgeschichte (Antike, Mittelalter, Industriezeitalter und Moderne) gilt es, Diplomatie, Wirtschaft und Wissenschaft sowie militärische Stärke und kulturelle Entwicklung geschickt auszutarieren. Kaum ein anderer Titel bietet dabei so viel spielerische Freiheit. Daran ändern auch die nun fehlenden Features nichts. Ob als expansionistischer Kriegstreiber, raffinierter Diplomat oder pazifistischer Freidenker – der ganz persönlichen Weltgeschichte sind kaum Grenzen gesetzt. Am Ende steht auch in Civilization 5 wieder eine sehr epische (schon drei Uhr?) Spielerfahrung und das unverwechselbare Civ-Gefühl.

Hex sells

Civilization 5 besinnt sich jedoch nicht nur äußerst erfolgreich auf seine Kernkonzepte. Es führt auch allerhand Neuerungen ein. Neben einer neuen Grafikengine für ein lebendigeres Terrain, einem sozialpolitischen Entwicklungsbaum, einer stark vereinfachten Benutzeroberfläche und einer flexibleren KI, fallen vor allem die neuen Stadtstaaten und der Umstieg von viereckigen Spielfeldern auf sogenannte Hexfelder auf. Letzteres kann sofort überzeugen. Civ 4 war nahezu perfekt, doch das schlichte Stapeln von Militäreinheiten auf einem Feld (unter den Civ-Experten „Stacks of Doom“ genannt) führte allzu leicht zum Erfolg. Mit der Einführung hexagonaler Felder ändert sich das nun. Lediglich eine Einheit ist pro Feld und Stadt erlaubt. Daraus ergibt sich ein komplett neues Kampfsystem.

Interessanterweise gewinnt das Spiel dadurch mehr an taktischem Anspruch. Nun stehen außer der Produktion und der Auswahl der Einheiten auch deren Positionierung auf der Weltkarte im Zentrum strategischer Erwägungen. Mehr Schach – weniger Risiko lautet hier die Devise.  Auch die Stadtstaaten fallen in Civilization 5 positiv auf. Als unabhängige Parteien (mit eigenen Technologiebäumen) bieten sie Missionen an und erfreuen Alliierte mit verschiedenen Boni. Dadurch wird das Spielgeschehen angenehm bereichert, ohne vom Wesentlichen abzulenken. Außerdem unterscheiden sich die 18 spielbaren (weitere sollen als Download Content folgen) Zivilisationen durch Spezialeinheiten und individuelle Charakteristika etwas mehr.

Zu allen Neuerungen ein sehr ausführlicher Walkthrough von Firaxis:

Der König ist tot. Lang lebe der König!

Das neue Civilization ist mit Abstand das intuitivste und zugänglichste der Reihe. Den Hardcore-Fans werden sicher einige Mikromanagement-Optionen fehlen. Auch die Transparenz der Spielregeln wurde zugunsten des klaren Designs zurückgeschraubt. Doch dadurch verliert das Spiel keinesfalls an Komplexität. Civilization V spielt sich nun weniger als eine Simulation gesellschaftlicher Entwicklung, dafür ist es umso mehr Runden-Strategie im besten Sinne. Für Civ-Puristen ist das eine gute Nachricht. Doch auch Neulinge können bedenkenlos zugreifen und ihre Fähigkeiten als Staatsoberhaupt ausprobieren.

Übrigens, unsere Kollegen von Funload haben neben der Civilization 5 Demo auch einen ausführlichen Test zu Civ 5 sowie hilfreiche Tipps und Tricks zum Spiel und weitere Screenshots und Videos zusammengetragen.

Die Demo von Civilization 5 ist ab sofort über Steam zu beziehen. Sie umfasst drei spielbare Zivilisationen und lässt sich auf einer kleinen Karte bis ins Mittelalter spielen. Dazu könnt ihr euch schon mal mit dem kompletten Handbuch auf Deutsch (25MB) beschäftigen.

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