Civilization jetzt auf Facebook spielen: CivWorld geht in die offene Beta

Philipp Süßmann

Civilization goes Social Media: CivWorld ist die neueste Inkarnation der Kult-Spielereihe Civilization und soll das umfangreichste Facebook-Spiel aller Zeiten sein. Ab heute kann man mitspielen, denn die offene Beta des Strategiespiels ist erschienen. Wir haben uns einen kleinen Eindruck verschafft.

Civilization jetzt auf Facebook spielen: CivWorld geht in die offene Beta

Schaffe schaffe, Städle baue

Da braucht man vermutlich nicht viel zu sagen: Civilisation ist Kult. Seit der erste Teil 1991 erschien, ist Erfinder Sid Meiers Kultursimulation ein Dauerbrenner, die es bislang auf 4 offizielle Nachfolger und etliche Spin-Offs gebracht hat. Nun gibt es den neuesten Streich der Reihe zum Probieren: Mit CivWorld geht Sid Meier den nächsten großen Schritt, denn mit Hilfe des mittlerweile gigantischen Facebook-Netzwerks soll der Kampf um die größte Zivilisation auf ein völlig neues Level gebracht werden. Die Ziele klingen ehrgeizig, aber klappt auch die Umsetzung, oder verkommt Civilisation auf Facebook zu Farmville mit Forscherbonus?

Der erste Eindruck ist zunächst recht positiv: Ähnlich wie die Konkurrenz von Age of Empires Online und Siedler Online setzt CivWorld auf cartoonhafte Comicgrafik, die eigentlich recht knuffig aussieht. Auch der “Wuselfaktor”, eigentlich bei bisherigen Civilisation-Ausgaben weniger wichtig, ist in die Höhe geschraubt worden.  Arbeitswillig sprinten die ersten Untertanen beim Erledigen der Startkommandos durch die Comic-Landschaft. Da erinnert das Spiel optisch eher an die Siedler, als an vorige Teile von Civilisation. Zunächst spielt man sich durch einige simple Quests, die das Grundprinzip des Aufbau-Titels erklären, so entstehen recht flott ein paar Häuser und Felder. In Civworld ist die Zahl der Untertanen zunächst sehr überschaubar. Erst ab einer bestimmten Menge Nahrung erhöht sich der Bevölkerungsanteil unserer Untertanen, denen wir verschiedene Aufgaben wie Nahrung abbauen, Bauressourcen sammeln oder Handel treiben zuteilen. Mit Wissenschaftlern erforschen wir neue Technologien, durch Künstler erhöhen wir den Kulturwert unserer Siedlung.

Die ersten paar Minuten sind schnell erledigt und schön kurzweilig, danach macht das Spiel aber einen harten Kurswechsel Richtung: Zukucken und Gähnen. Denn der Nahrungsabbau, das Warten auf Forschungsergebnisse, das Sammeln von Baumaterial – das dauert alles ganz schön lange. CivWorld ist wohl darauf ausgerichtet, über längere Strecken im Hintergrund zu laufen, als aktives Spiel schleppt es sich nach den Anfangsschritten ziemlich müde dahin. Es gibt einfach zu schnell nichts mehr zu tun, als darauf zu warten, dass eine bestimmte Nahrungsgrenze oder ähnliches erreicht wird. Hier müsste noch am Tempo gedreht werden. Denn die Minispiele, die CivWorld als Bonusaufgaben dazureicht (Bilderrätsel, Labyrinthe) sind nicht besonders kreativ und beschäftigen gerade mal ein paar Minuten.

Ohne Durchblick im Netzwerk

CivWorld ist aber vor allem daraus ausgerichtet, im Team mit anderen Leuten gespielt zu werden. Praktisch heißt das, dass man sich mit anderen Spielern bzw. deren Zivilisationen zusammentut, um eine Nation zu gründen. In dieser Nation kann untereinander Handel getrieben  und kulturelle Boni wie Weltwunder geteilt werden. Oder man führt zusammen Krieg gegen andere Nationen. Das hört sich in der Theorie ganz spannend an, nach einem Tag Beta-Test ist es schwer zu sagen, ob das auch in der Praxis funktioniert. Die Kommunikation mit anderen Spielern läuft noch recht chaotisch ab, die Chat-, Ranking- und Handelmenüs sind unübersichtlich designt – der Überblick geht flöten.

Gute Ideen halbgar umgesetzt

Insgesamt macht CivWorld nach unserem kurzen Beta-Test einen eher durchwachsenen Eindruck. Das Spiel erinnert vom Prinzip eher an Die Siedler als an Civilisation, die Social-Aspekte sind unübersichtlich gestaltet und nach einigen netten Anfangsminuten macht sich schnell Langeweile breit. Ob ein Spiel wie CivWorld funktioniert, zeigt sich allerdings ohnehin erst in der Langzeitbetrachtung, hierzu wäre eine Bewertung noch zu früh. Denn hübsch anzusehen ist das Facebook-Game schon und die grundsätzlichen Ideen klingen interessant.Technisch läuft es auch noch nicht rund. Das Spiel stürzt öfter ab, beziehungsweise bleibt einfach stehen und muss neu geladen werden. Und ruckelfrei läuft CivWorld leider auch nicht ganz.

Natürlich ist das ganze auch noch in der Beta-Fassung, da kann also noch einiges dran gefeilt und verbessert werden. Sollte das passieren, könnte aus CivWorld tatsächlich noch ein waschechter Social-Media-Gamehit werden.

CivWorld ist ab jetzt in der offenen Beta und kann somit von jedem gespielt werden, der über einen gültigen Facebook-Account verfügt. Viel Spass beim Siedeln!

Civilization auf Facebook spielen: CivWorld
Das Aufbauspiel für die Social-Media-Generation

 

 

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