Datenschutz: Webseitenbetreiber wie MTV beobachten ihre Nutzer per Flash-Cookies

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Eine Reihe bekannter Webseiten mit großer Reichweite steht seit Freitag vor Gericht. Der Vorwurf: widerrechtliches Eindringen in die Computer ihrer Nutzer. Die Methode: Speicher in Adobes Flash-Player wurde heimlich genutzt, um vom Nutzer gelöschte Cookies wiederherzustellen und die Wege der Nutzer durch das Web zu verfolgen.

Webanbieter wie MTV, ESPN, MySpace, Hulu, ABC, NBC und Scribd wurden am 23. Juli 2010 vor dem US District Court in San Francisco verklagt, vom Nutzer gelöschte Cookies wiederhergestellt zu haben. Damit war eine Verfolgung der Schritte der Nutzer im Netz möglich. Diese Praxis entsprecht einem gesetzlich verbotenen Lauschangriff und erfüllt den Tatbestand des Hackens eines Computers. Zudem verletzt ein solches Vorgehen Bürgerrechte.

Die Anklage fordert Schadensersatz und verlangt, dass alle auf diese Art gesammelten Daten gelöscht werden müssen. Zudem soll die Praxis für die Zukunft für immer gestoppt werden.

Die Technologie stammt von Quantcast. Quantcast erstellt Flash-Cookies, die die Benutzer durch das Web verfolgen. Die Tücke dabei besteht darin, dass traditionelle Browser-Cookies, die die Nutzer bereits von ihrem Computer gelöscht haben, weiter funktionieren. Diese “Zombie- Cookies ” wurden im vergangenen Jahr von Forschern der Berkeley-Universität entdeckt.

Quantcast nannte den Vorfall eine unbeabsichtigte Folge seiner Bemühungen, den Web-Verkehr möglichst genau zu messen. Als das Problem bekannt wurde, hat Quantcast den Fehler im August 2009 behoben.

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