Der Google Reader ist tot - Welche Alternativen gibt es?

Marco Kratzenberg

Noch ist der Google Reader natürlich nicht tot, aber es liegt sozusagen in den letzten Zuckungen. Mitte März bekamen die Anwender des weltweit beliebten Offline-Readers für RSS-Feeds die Mitteilung, dass der Service zum 1. Juli 2013 abgeschaltet wird. Und dann Tag begann die hektische Suche nach Alternativen.

Der große Nutzen des Google Readers liegt darin, dass er mit dem Google Konto verbunden werden kann und nicht nur RSS-Feeds, sondern auch Google Alerts einbinden kann. So werden die Ergebnisse selbst gestalteter Suchanfragen in den Feed eingebunden. Und dann kann jeder seine persönlichen Ergebnisse online weltweit im Internet abrufen. Eine echte Alternative müsste also das Gleiche leisten können. Und ganz wichtig ist der Preisfaktor. Wie immer, war das Google-Angebot kostenlos. Da wird es für die Konkurrenz schon schwierig.

Die Online-Alternativen zum Google Reader

Es gibt natürlich mehrere Angebote, mit denen man seine RSS-Feeds online lesen kann. Sie haben auch durchaus ihre eigene Fangemeinde. Doch die meisten haben von Anfang an Wert darauf gelegt, anders als Google zu sein. Und sie haben sich dem Trend angeschlossen, Feeds im Erscheinungsbild einer Zeitung zu präsentieren. Genau an dieser Stelle befindet sich zwischen den Fans des Google Readers und den anderen Anbietern ein tiefer Graben.

Einfach, übersichtlich und aufgeräumt: So präsentiert sich der Google Reader

Im Google Reader werden die Nachrichten schmucklos aber effektiv präsentiert. Links die Liste der Feed-Quellen, rechts die Nachrichten in Zeilen. Das macht die Konkurrenz anders. Vom relativ einfachen Magazinstil bis hin zu den Headlines einer Tageszeitung sind alle Versuche dabei, uns die News noch schmackhafter zu machen. Farbe und Bilder statt Informationen.

Noch verhältnismäßig einfach, aber für Google Reader-Fans gewöhnungsbedürftig ist der Dienst von Feedly

Netvibes kommt optisch an den Google Reader heran, aber das Angebot versteht sich selbst eher als Social Media Allroundlösung – ist also nicht auf den ersten Blick zu verstehen. Die Feedliste des Google Reader importiert die Webseite problemlos und dann kann man Netvibes fast genauso benutzen, wie den alten Reader. Um alle Features zu nutzen, muss man richtig tief in die Tasche greifen. Bei 499 €/Monat (!) fängt die Preisliste an.

Nett und unkompliziert ist Feedly. Um das Angebot online zu nutzen, muss man sich als Firefox- oder Chrome-User erst einmal eine Feedly Browsererweiterung installieren. Doch dann gestaltet sich der Service sehr übersichtlich und leicht verständlich. Hier und da ein paar Einstellungsänderungen, noch schnell, die Feedliste von Google importieren und schon kann’s losgehen. Feedly hat auch sehr schnell auf die Google-Ankündigung reagiert und verspricht, dass man seinen Google Reader nahtlos zu Feedly transportieren kann. Auch gibt es – zumindest auf Englisch – eine Anleitung, wie die Oberfläche angepasst werden muss, damit der Umstieg leicht fällt.

Beide Angebote synchronisieren sich mit dem Google Reader, wenn man ihnen den Zugriff auf das Konto gewährt.

Die Offline-Alternativen zum Google Reader

Der Begriff Offline-Alternative ist natürlich falsch. Man sollte eher von einer Desktop-Lösung sprechen. Dabei handelt es sich um Programme, welche auf dem PC installiert werden, um dann die Feeds aus dem Netz zu beziehen und auf dem Rechner anzuzeigen und zu verwalten. Solche Programme sind sehr praktisch für Anwender, die immer nur an einem Rechner sitzen und ständig über neu einfliegende Nachrichten informiert werden wollen. Im Grunde also genau das Gegenteil eines Google Reader Nutzers, der immer nur nach Neuigkeiten schaut, wenn es gerade mal passt.

Die Bandbreite der Feedreader für jedes erdenkliche Betriebssystem ist unüberschaubar. Es gibt sie für den PC, für Smartphones, Tablets oder als Browserplugin. Hier entscheidet in erster Linie die persönliche Vorliebe. Die meisten haben in etwa die gleichen Funktionen. Einige versuchen sich auch am modernen Magazin-Stil, doch in der Regel gilt: Links die Quellen, rechts die Nachrichten.

Ein einfaches, kostenloses, werbefreies und auch portables Programm ist der Feedreader. Die Einstellungen des Google Readers sind schnell importiert und dann ruft das Programm die importierten Feeds ab. In der portablen Version ist es auch von einem USB-Stick arbeitsfähig, bietet als überall die Readerfunktion – wie Google. Die Einstellungsmöglichkeiten fordern dem Anwender keine großen Kenntnisse ab und die eher schmucklose Aufmachung dürfte den Google Reader Fans entgegenkommen.

RSSOwl macht es richtig! Sofort nach dem Start kann man das Programm mit dem Google Reader synchronisieren

Dem Anwender sehr entgegen kommt der Reader RSSOwl. Das Open Source-Programm ist ebenfalls werbefrei und kostenlos. Direkt nach dem Start bietet es dem Anwender an, sich mit dem Google Reader-Konto zu synchronisieren. Nur Augenblicke später kann er auf die Feeds zugreifen. Die Einstellungsmöglichkeiten bieten verschiedene Layouts zur Auswahl und mit dem Layout “Zeitungsansicht” ist hier nicht die Darstellung eines Magazins gemeint. Stattdessen fühlt sich der Google-User plötzlich wieder zuhause! Das sieht doch schon fast aus, wie das Original.

So kennen und mögen wir das! RSSOwl bietet eine Ansicht, die dem Google Reader schon sehr nahe kommt

Umsteiger auf eine Desktoplösung sollten sich überlegen, was sie eigentlich wirklich wollen und brauchen. Üblicherweise ruft man seine Google Reader-Seite auf, wenn man mal ein paar News lesen will. Dann möchte man die pure Information. Doch nach Möglichkeit an jedem Ort der Welt. Da kommen uns portable Programme, wie die beiden vorgestellten gut zupass. Richtig nahe dran ans Google-Feeling kommt RSSOwl. Doch muss man ohnehin umsteigen, dann kann man vielleicht auch mal etwas neues ausprobieren.

Die Google Reader Einstellungen exportieren und übertragen

Google speichert alle Einstellungen, wie sie der Anwender im Google Reader haben möchte. Dazu zählen unter anderem auch die Listen der Feedquellen. Doch sowohl für den Reader, wie auch für alle anderen Googleprojekte, bietet der Suchmaschinenspezialist das sogenannte Google Takeout an. Hier kann man sich ein Archive all seiner Daten runterladen, um es beispielsweise anderswo zu nutzen. Und genau das brauchen wir, wenn wir unsere Einstellungen bei einem Service oder Programm später wieder importieren wollen.

Der Winload-Feed

Wussten Sie übrigens, dass Winload.de einen eigenen News-Feed bietet? Es gibt Standard-Feeds, wie etwa die tagesaktuellen Neuigkeiten, aber jeder kann sich auch seinen ganz eigenen Feed zusammenstellen. Zu erreichen ist das alles unter feeds.winload.de

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