Die besten Chrome-Apps: Was der Google Web Store für Chrome OS bereit hält

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Chrome Web Store
Auf der Spur von Chrome OS: Die ersten Geräte mit Googles Notebook-Betriebssystem kommen im Sommer 2011 auf den Markt. Wer bereits jetzt einen Blick in die Zukunft werfen will, kann auch einfach den Chrome-Browser installieren und sich im Google Web Store umsehen, der seit Dezember online ist. Genau das haben wir getan und präsentieren unsere Top-Liste der besten kostenlosen Chrome-Apps – die im Grunde noch nicht viel mehr als Webapps sind, die auch mit anderen Browsern genutzt werden können. Aber viel mehr müssen sie auch gar nicht sein, denn sie können schon jetzt einen guten Teil der täglichen Desktop-Software ersetzen.

Das größte Feature von Chrome OS wird wohl “nur” die Geschwindigkeit sein. Der erste Chrome-OS-Netbook-Prototyp namens Cr-48, der in mehreren tausend Exemplaren gerade in Test-Umlauf ist, fährt in nur 13 Sekunden komplett hoch und ist auf die schnelle Verarbeitung von Webapps optimiert (wie erste Reviews bei Engadget oder Gizmodo berichten). Ansonsten findet sich auf dem Notebook einfach der Chrome-Browser, der die gesamte Arbeitsumgebung des Users ersetzen soll. Also ein ganz anderer Ansatz als das andere Google-Betriebssystem, Android. Programme bekommt man auf Webseiten oder aus dem Chrome Web Store, der von Google selbst auch mal als “Google Web Store” verlinkt ist – offenbar ist selbst in Mountain View die Bezeichnung noch nicht ganz klar.

Der Chrome Web Store kreuzt Apples erfolgreiches App-Store-Prinzip mit der Firefox-Addons-Idee und lässt die Webapps dann auf der persönlichen Startseite erscheinen, etwa so:

Chrome Apps

Zur Vorbereitung: Googles kostenlosen Browser Chrome installieren oder auch die Google-lose Variante Chromium installieren (geht beides auch ohne Admin-Rechte), außerdem braucht man einen Google-Account (wer also bei Googlemail, Picasa, Docs o.ä. schon einen Zugang hat, ist safe). Starten. Und in den Chrome Web Store gehen. Dort die gewünschte App anklicken und den “Install”-Knopf drücken. So füllt man seine “Neuer Tab”-Startseite mit Chrome-Apps auf.

Chrome Apps: Drei Überraschungen

Wer jetzt schon ein völlig neues Computergefühl erwartet, wird vom To-be-Chrome-OS allerdings noch enttäuscht. Was vollmundig “App” genannt wird, ist bis auf wenige Ausnahmen nur der Link auf eine Webseite – also nicht mehr als ein Lesezeichen. Die Google-Docs-App verweist beispielsweise einfach auf die Google-Docs-Webseite. Genau genommen ist die Chrome-Startseite bisher nur eine übersichtlichere Art, Lesezeichen darzustellen. Aber genau wie Chrome OS kann auch hier die Geschwindigkeit schon der entscheidende Faktor sein – Google hatte ja schon öfter damit Erfolg, Dinge lediglich praktischer zu machen.

Der zweite Wermutstropfen: Der Chrome Web Store ist derzeit nur auf Englisch verfügbar, die deutsche Version besteht aus einer einzigen Seite, die lediglich die Erweiterungen anzeigt (die in etwa Firefox-Addons entsprechen), nicht die Apps. Einige der im englischsprachigen Web Store angebotenen Chrome-Apps laufen dann auch nur von den USA aus, wie die Musikdienste MOG und Rhapsody, Google Voice oder einige News-Angebote. Zudem ist die Store-Oberfläche eher unkomfortabel, neben den empfohlenen und einer Handvoll Top-Apps pro Kategorie bleibt nur das Eintippen in der Suche oder das Durchklicken ewig langer paginierter Seiten.

Und noch eine Überraschung: Von wegen Cloud – wenn ich mich mit meinem Google-Account zuhause einlogge, werden die Chrome Apps, die ich mir auf Arbeit eingerichtet habe, nicht angezeigt. Diese Einstellungen sind offenbar an die Browser-Installation gekoppelt, nicht an den Account.

Trotzdem: Die Idee, nur noch ein schnelles Netbook/Notebook herumzutragen, alle Programme im Browser laufen zu lassen und Daten nicht auf der Festplatte, sondern in der Cloud gespeichert zu haben – klingt schon nach einer Vision. Für einen Großteil der Dinge, für die man Computer nutzt, gibt es bereits Lösungen mit Webapps. Wir haben unsere Top 10 von Chrome-Apps zusammengestellt.

Chrome-Apps Top 10

1. Google Text und Tabellen

google docs
Auch wenn die App “nur” der Webseite docs.google.com entspricht, ist Google Docs der zentrale Arbeitsplatz in Chrome. Text-Dokumente, Präsentationen, Tabellenkalkulation – hier ist die Office-Zentrale.

Chrome-App: Google Docs

2. Microsoft Office

microsoft
Die Alternative ist das kostenlose Microsoft Office in der Online-Version. Man braucht einen Windows-Live-Account und hat dann abgespeckte Versionen von Word, PowerPoint, Excel und OneNote zur Verfügung.

Chrome-App: Microsoft Office

3. GoogleMail und Co.

googlemail
Das Postfach liegt für viele schon längst im Browser. Die Chrome-Apps erlauben einen One-Click-Zugang zu Googlemail, Yahoo-Mail und Zoho-Mail. Nutzer von anderen Anbietern wie web.de oder gmx.de müssen sich weiterhin ein Lesezeichen auf die Chrome-Startseite setzen.

4. Tweetdeck

tweetdeck
Soziale Netzwerke meistern: Die Chrome-App von Tweetdeck wurde von null neu programmiert und auf den Google-Browser zugeschnitten, mit Bildervorschau und Drag-and-Drop-Möglichkeiten. Twitter, Facebook und Foursquare auf einen Blick. Alternativen sind Seesmic oder HootSuite.

Chrome-App: Tweetdeck

5. Aviary – Bildbearbeitung

aviary
Aviary ist eine ganze Suite von Bildbearbeitungsprogrammen – vom Screencapture-Programm über die Photoshop-Alternative zum schnellen Fotobearbeiter und zur Vektor-Software. Unter den Webapps liegt die Grafik-Suite ganz weit vorne.

Chrome-Apps von Aviary

6. Box.net – 5 GB Online-Speicher

box.net
Box.net ist ein Online-Speicher, der das Teilen von Dateien über verschiedene Plattformen und mobile Geräte wie iPhone, iPad, Android-Phones, Blackberry usw. ermöglicht. Als Neueinsteiger hat man 5 GB Festplattenplatz kostenlos zur Verfügung.

Chrome-App Box.net

7. Flixster

flixster
Wer die schnelle Oberfläche für DIE Filmseite rottentomatoes.com auf iPhone & Co. schon immer bevorzugt hat, findet mit der Chrome-App eine ähnliche Funktionalität – mit Keyboard-Steuerung, den Trailern, Kritiken…

Chrome-App Flixster

8. Notizbuch und To-do-Listen

todo
Wer der digitale To-do-Listen- und Notiz-Typ ist, findet mit den Apps von Todo.ly und Remember the Milk seinen Tages-Organizer, mit Springpad oder auch dem systemübergreifenden Evernote (hier unser ausführlicher Evernote-Workshop für Windows, Mac, iPhone etc.) die optimalen multimedialen Chrome-Notizzettel.

9. Read Later Fast

read later
Was passiert mit Chrome OS, wenn der Rechner offline ist? Wenig. Aber einige Apps sind darauf ausgelegt, auch offline zu arbeiten. Read Later Fast speichert Webseiten auf Wunsch und macht sie offline verfügbar.

Chrome App Read Later Fast

10. Grooveshark

grooveshark
Der werbefinanzierte Streaming-Dienst Grooveshark ist auch als Chrome-App vertreten. Einige Millionen Musiktracks auch ohne Anmeldung hören, Playlisten anlegen, das ganze Programm.

Chrome-App Grooveshark

So weit unsere Liste. Eine Revolution sieht wohl anders aus – aber erste HTML5-Experimente und neudesignte Apps wie Tweetdeck zeigen auch, wohin die Reise gehen kann. Wir freuen uns über Chrome-Apps-Erfahrungsberichte, Tipps und Hinweise in den Kommentaren.


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