Die größten virtuellen Gefahren für persönliche Daten

Martin Maciej

Gefahren am Computer sind besonders tückisch. Ist der Computer von einem Virus befallen, stellen Nutzer unmittelbar noch keinen ernsthaften Schaden fest. Erst wenn das Online-Konto geplündert wurde, persönliche Daten missbraucht werden oder der PC nicht so funktioniert, wie man es gewohnt ist, macht sich die Gewissheit breit, Opfer eines virtuellen Angriffs zu sein. Das Berliner IT-Security-Unternehmen Steganos hat in einer Umfrage Nutzer nach den Ängsten vor Bedrohungen ihrer Daten am Computer befragt.

Wovor fürchten sich die Nutzer am meisten? Und wie schützt man seinen Computer am besten, um nicht Tür und Angel für jegliche Art von virtuellen Schädlingen offen zu halten?

Während man seine Daten auf Papier, sei es die Pin-Nummer für die eigene EC-Karte oder persönliche Briefe, im Regelfall in hohem Maße schützt, wird mit privaten Daten am Computer in vielen Fällen leichtsinnig umgegangen. Beinahe jeder PC-User lagert seine privaten Fotos und Videos, Texte, Briefe und Dokumente auf der Festplatte.

Mit 98 % haben fast alle befragten Nutzer Angst vor Hackern, die sich Zugang zu Kontonummern und Kreditkartendaten am Computer beschaffen oder Passwörter in Besitz nehmen, um E-Mail-Konten, Accounts auf sozialen Netzwerken und weitere Identitäten im Netz zu kapern. Daten können dabei nicht nur über eingeschleuste Trojaner in die Hände von Cyber-Kriminellen gelangen.

Datenmissbrauch durch Diebstahl, Hacker und Überwachung

Auch der Diebstahl von Computern, Notebooks oder USB-Sticks stellt eine Gefahr für sensible Daten in den meisten Augen der Nutzer dar. In diesen Fällen eignet es sich einerseits, den Computer mit Antivirensoftware und weiteren Sicherheitstools umfassend vor virtuellen Angriffen zu schützen. Darüber hinaus sollte dafür gesorgt werden, dass alle Programme auf der Festplatte stets geupdatet werden. Häufig nutzen Cyber-Kriminelle Sicherheitslücken in weit verbreiteter Software aus, um z. B. Browser, wie Firefox oder Google Chrome, durch das Ansurfen von infizierten Webseiten Trojaner und Viren auf den heimischen Computer einzuschleusen. Besonders veraltete Versionen von Programmen sind für solche Sicherheitslücken anfällig. Auch sollte darauf geachtet werden, seine persönlichen Daten nicht regelmäßig am Mann zu tragen, bzw. eine sicheres Auge darauf zu werfen. Schnell kann eine Laptop-Tasche samt wichtiger Daten auf einem Notebook in die falschen Hände geraten, das Smartphone mit privaten Telefonnummern und Nachrichten aus der Jacke fallen oder ein USB-Stick Kontakt mit einem infizierten Computer bekommen. Ein eher geringes Risiko sehen Nutzer (31 %) dagegen in der Speicherung persönlicher Dokumente und Daten in Online-Speicherdiensten, wie z. B. Dropbox.

Gefahren für private Daten durch Staatsüberwachung Screenshot
Viele Nutzer sehen die potentielle Überwachung ihrer Daten durch den Staat als virtuelle Gefahr an

 

Ein Großteil der Nutzer, 81 %, haben laut Umfrage auch Angst, dass persönliche Daten auf legalem Wege missbraucht werden können. Als Beispiel stehen hier die Datensammlungen von Google oder Facebook im Vordergrund. Wer nicht zu viel von sich im Internet preisgeben möchte, sollte spezielle Tools ins Auge fassen, die ein anonymes Surfen durch das Web gestatten. Außerdem sollte man nicht jede Kleinigkeit seines privaten Lebens in sozialen Netzwerken, z. B. Facebook preisgeben. Lädt man Fotos vom letzten Badeurlaub oder der Privatparty am vergangenen Wochenende hoch, kann es schnell passieren, dass diese pikanten Bilder in falsche Hände geraten.

Direkt dahinter folgt die Angst, vom Staat überwacht zu werden. Hierbei gilt genauso wie bei der Eigenpräsentation in sozialen Netzwerken: wer nicht zu viel am Computer von sich preisgibt, der sollte auch nichts zu befürchten haben.

Gefahr für private Passwörter Screenshot

Nur wer für ausreichende Sicherheit am Computer sorgt, ist vor virtuellen Gefahren für private Daten geschützt

 Weitere Gefahren: Abmahnanwälte und Spionage zu Hause

Einen einschüchternden Weg wählen die Abmahnanwälte. Viele PC-Nutzer fürchten Post von einem Anwalt, der in einer Abmahnung einen hohen Geldbetrag fordert. Um einem potentiell angekündigten Verfahren aus dem Weg zu gehen und dem Inhalt der Schreiben nachzukommen, wählen viele User den einfachen Weg und zahlen den geforderten Betrag. Dabei ist es sehr einfach, ein Abmahnschreiben im Briefkasten vorzufinden. So kann z. B. ein falsch eingestellter Artikel, die Verwendung eines urheberrechtlich geschützten Bilds auf der selbsterstellten Homepage oder ein fehlendes Impressum auf dem eigenen Blog bereits Anlass für eine Abmahnung geben. Um sich vor unerwünschter Post vom Anwalt zu schützen, sollte man bei jedem Schritt im Netz die Augen offen halten.

Auf den hinteren Positionen der größten Ängste vor Datenklau am PC befindet sich die Spionage von neugierigen Kollegen und Vorgesetzten, bzw. Familienmitgliedern und anderen Hausbewohnern, die sich Zugang zum Computer verschaffen, um das privaten Leben am Computer auszuschnüffeln. In diesem Falle sollte man dafür sorgen, wichtige Dokumente mit einem Passwort zu versehen, bzw. nicht auf der Festplatte, sondern auf einem externen Speichermedium, z. B. USB-Stick abzuspeichern.

Bei Steganos handelt es sich um ein bereits seit über 25 Jahren existierendes Unternehmen für Sicherheit am Computer mit Sitz in Berlin.

Bilder:  © Gerd Altmann / PIXELIO

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

GIGA Marktplatz