Dioxin in Eiern: Nummern und Infos – lecker war gestern

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Der Skandal um dioxinverseuchte Lebensmittel wird Deutschland noch eine Weile beschäftigen. Obwohl das Verbraucherschutzministerium nicht mehr von einer  akuten Gesundheitsgefährdung ausgeht, bleiben viele Fragen offen. Vor allem: Was haben Biodiesel-Mischfettsäuren in einem Frühstücksei verloren?

Die gute Nachricht vorweg: Nach Einschätzung des Bundesverbraucherschutzministeriums und Bundesinstituts für Risikobewertung liegt eine akute Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr von Dioxin-Eiern bzw. -Fleisch nicht vor.

Dioxin-Eier: Foodwatch warnt vor Pestiziden

Soweit, so gut, so schlecht. Denn obwohl die Verbraucherzentrale des Bundes Entwarnung gegeben hat, sehen das die Verbraucherschützer einiger Bundesländer offenbar anders. (Absatz 4)

Zudem ist noch nicht abschließend geklärt, um welche Art von Dioxin es sich in den aufgetretenen Fällen handelt. Die Nahrungsmittel-Skeptiker von Foodwatch haben bei eigenen Tests offenbar herausgefunden, dass ein Pilzgift für die giftigen Verunreinigungen der Futtermittel verantwortlich sein soll. Das Bundesverbraucherschutzministerium weist diese Untersuchungen jedoch zurück.

Aber wem soll man als Verbraucher eigentlich noch glauben? Offizielle Lebensmittelkontrollen haben sich als offensichtlich unzureichend herausgestellt. Ohne die Selbstanzeige des niedersächsischen Agrarbetriebs Wulfa-Mast wären die Dioxin-Eier womöglich unentdeckt geblieben.

Harles und Jentzsch verschwiegen Dioxin-Proben

Dabei sind bei Eigenkontrollen des schleswig-holsteinischen Futtermittellieferanten Harles und Jentzsch schon im März 2010 erste belastete Proben aufgetaucht. Das Unternehmen hatte es jedoch nicht für nötig befunden, die zuständigen Behörden darüber zu informieren. Erst als Ende Dezember Firmenakten der Futterhändler beschlagnahmt wurden, kamen die bedenklichen Befunde ans Licht – zehn Monate zu spät.  Auch dem Bundesinstitut für Risikoforschung lagen schon im Sommer 2010 Berichte über dioxinverseuchtes Geflügelfleisch vor.

Demnach könnten weitaus mehr Produkte mit erhöhten Dioxinwerten in den Handel gelangt sein, als bislang angenommen wurde. Betroffen sind neben Eiern dann wohl auch Fleisch- und womöglich Milchprodukte.

Suche nach dem Ei im Heuhaufen

Viel mehr lässt sich aus Behördensicht derzeit nicht ausrichten. Immerhin haben die Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens Listen mit den Kenn-Nummern, Farbe und Mindesthaltbarkeitsdatum potentiell dioxinverseuchter Eier veröffentlicht. Diese sollten nicht verzehrt werden und sind nicht vom Umtausch ausgeschlossen.

Wer ein Smartphone hat, kann mit der kostenlosen App Barcoo auch gleich die Eier-Kennnummern einscannen und prüfen lassen (für Android – und hier für iPhone).

Im schlimmsten Fall ist der Dioxin-Skandal für die deutsche Lebensmittelbranche nur die Spitze des EI-sbergs (sorry), in dem Fall hilft wohl lediglich Humor.


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