DNS-Fehler legt deutsches Internet lahm

von

Ab 14.00 Uhr ging nichts mehr: Ein Großteil aller .de-Domains war nicht mehr zu erreichen. Der Fehler lag auf Seiten der DeNIC, deren Server ausfielen. Ursache war womöglich ein Umzug der Registry-Dienste von Amsterdam nach Frankfurt.

Es beginnt wie so oft: eine Webseite lässt sich nicht ansteuern und man flucht über seinen Service-Provider und dessen Netzausfälle. Dieses mal war jedoch schnell klar, dass es sich nicht um einen normalen Internetausfall handelte. Denn es waren nach wie vor viele Seiten erreichbar. Nur ausgerechnet solche mit der Endung .de zeigten eine Fehlermeldung.

Wie sich schnell herauskristallisierte, gelang es der zentralen Registrierungsstelle DeNIC nicht, die Adressen von Webseiten wie www.winload.de in für die Server lesbare IP-Adressen aufzulösen. Dafür sorgen normalerweise 6 von der DeNIC verwaltete DNS-Server. Diese fielen jedoch heute Nachmittag aus. Zunächst verweigerten 4 der Server ihren Dienst, zwischenzeitlich liefen gar keine mehr und eine Weile ging es hin und her, bis gegen 15.00 Uhr alles wieder nach Plan lief. Es dauerte dann noch ca. eine halbe Stunde, bis sämtliche Seiten wieder für jeden erreichbar waren.

heise online hat nun eine Wartungsmitteilung an die DeNIC-Mitglieder und Domain-Inhaber ausgegraben. In dieser heisst es:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

am Dienstag, den 11. Mai 2010 beginnend um 10:00 Uhr (MESZ) führt die DENIC eG
eine Umschaltung ihrer produktiven Registry Service Location (RSL) durch. Die
Umschaltung erfolgt von Amsterdam nach Frankfurt. Die derzeitige Planung sieht"
eine Dauer von 3 bis 6 Stunden vor."

Offenbar funktionierte der Umzug nicht ganz nach Plan, ein Ausfall nahezu sämtlicher .de-Domains ist jedenfalls eine ziemliche Ausnahmesituation.

Die Netzgemeinde flüchtete sich unterdessen auf .com-Domains und in Galgenhumor. Mit Bezug auf die von der GEMA abgebrochenen Verhandlungen mit youtube twitterte Jens Seipenbusch: "omg, sind die
Verhandlungen zwischen GEMA und DENIC etwa gescheitert ?" User agitpopblog
wähnte gar eine Verschwörung des Innenministers de Maiziere, der sich für eine Verstaatlichung der Adressverwaltung einsetzt: "Aber im Ernst: Das
ist doch ‘ne PsyOp vom Innenminister um zu begründen, warum DENIC
schnellstmöglich zu verstaatlichen ist."

Zu solchen schwerwiegenden Fehlern kann es natürlich immer wieder kommen. In dem Fall ist es sinnvoll, alternative DNS-Server parat zu haben. In unserem Loadblog haben wir hierzu ein Workaround vorbereitet.


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

Anzeige
GIGA Marktplatz