Doom 3: Quellcode als Open Source verfügbar

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Programmiererlegende John Carmack hat die Game-Engine zu Doom 3 als Open Source ins Netz gestellt. Dass dies später als angekündigt der Fall war, liegt, wie sollte es anders sein, an Patentstreitigkeiten.

Doom 3: Quellcode als Open Source verfügbar

Einer alten Tradition folgend hat John Carmack nun auch die id Tech 4-Engine als Open Source freigegeben. Sie steht unter der sehr freien General Public License und ist auf github verfügbar. Ihre erste Anwendung fand die Engine vor acht Jahren in Doom 3, wurde später aber auch in anderen Titeln wie Prey oder Quake 4 verwendet.

Ursprünglich hätte die id Tech 4-Engine schon vor einiger Zeit erscheinen sollen. Jedoch hat das Unternehmen Creative Labs interveniert, welches das Patent an einem Teil des Codes hält. Die “Depth Fail”-Methode erleichtert die Berechnung von Schatten und die Rechte daren liegen eben bei Creative Labs. Kurioserweise deshalb, weil die Methode parallel von Carmack und Creative entwickelt wurde. Um eventuelle Gerichtsstreitigkeiten abzukürzen, hat Carmack nun einfach ein paar Zeilen Code geändert (“vier hinzu, zwei geändert”), womit die Enginge nun ganz sein Baby ist.

Als Doom 3 im Jahr 2004 erschien, hat es Fachwelt und Zockergemeinde gleichermaßen umgehauen: Nie zuvor sah man so “runde” und fein texturierte Gegner, die äußerst detailreich in ihre Bestandteile zerfielen, wenn man ihnen mit der Motorsäge zu Leibe rückte. Auch die Lichtspiele waren beeindruckend, oder eher: Die Schattenspiele. Denn die Darstellung der Figuren wurde teuer erkauft. Die Levels waren so dunkel, dass die (schon ärmer texturierten) Gänge kaum auszumachen waren. Spielerisch blieb Doom 3 damit eher Mittelmaß.

Vielleicht macht es die Fangemeinde nun besser. Der id 4 Tech-Engine liegen keine Spieldaten wie Texturen oder Figurenmodelle vor, so dass Designer bei Null anfangen müssen. Das dürfte kein Problem sein: Früher von John Carmack zur Verfügung gestellte Game Engines zogen stets auch einige interessante Projekte nach sich, und die Querelen um das Patent und der zugehörige News-Buzz haben die Erwartung auf die Engine noch einmal angeheizt, so dass angehende Entwickler sich wohl nun auf den Code stürzen werden. Damit sind keinesfalls nur Amateure gemeint. Der Preis für neue Grafik-Engines, insbesondere auf dem Shootermarkt, geht gerne in die Millionen. Eine Gratis-Software, aus der sicher noch einiges herauszuholen ist, dürfte für kleinere Entwicklungshäuser ziemlich interessant sein.

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id Tech 4
Doom 3-Engine als kostenloser Download

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