Duden ab sofort kostenlos im Netz

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Der Dudenverlag hat seinen Webauftritt duden.de komplett neu gestaltet und bietet nun tatsächlich ein praktisches Hilfsmittel bei der Rechtschreibprüfung. Darüber hinaus möchte (und muss) man jedoch noch mehr bieten.

Man weiss schon gar nicht mehr, wie das vorher funktioniert hat: Kein Mensch ist früher auf duden.de gegangen, um dort ein Wort nachzuschlagen. Ganz dunkel kommen Erinnerungen hoch an eine unübersichtliche Seite, in der es ein kleines Suchfeld gab. Dort konnte man ein Wort eingeben, und vielleicht hat man eine richtige Ergebnisseite bekommen, auf der einige spärliche Informationen in winziger Schrift zu finden waren. Im Grunde handelte es sich lediglich eine Online-Variante des Printproduktes. Viel mehr ging man doch lieber auf Google, wo man sich für die Schreibweise mit den meisten Treffern entschieden und auf das beste gehofft hat.

Die Suchfunktion

Mit dem nunmehr Duden Online getauften Relaunch der Webseite möchte man den Nutzern ein kompetentes und kostenloses Portal zu allen Fragen der deutschen Sprache bieten. Im Mittelpunkt, oder viel mehr ganz oben, steht dabei die Suche. In einem üppig gestalteten Suchfeld inklusive Sofortsuchfunktion kann man ein Wort eingeben und kriegt als Ergebnis nicht nur das richtig geschriebene Wort, sondern darüber hinaus auch noch zahlreiche Synonyme und passende Verben auch zu verwandten Wörtern (z. B. Pferd -> reiten). Interessant: In der Sektion Sprachwissen finden sich darüber hinaus auch Erklärungen zu sprachlichen Konstruktionen wie Palindromen oder Alliterationen, in denen das Wort als Beispiel genutzt wird oder auch interessante Hintergrundinformationen zum Wort.

Auch auf den Shop wird verwiesen. Sucht man nach Pferd, werden vier Bücher des Dudenverlags vorgeschlagen, die das Wort Pferd im Titel tragen (z. B. Franzi und das falsche Pferd (1. Klasse) – süß). Damit und mit noch mehr Werbung am Seitenrand für andere Duden-Produkte soll wohl die Refinanzierung des komplett kostenlosen Angebots gesichert werden. Schließlich wird mit Duden Online das gedruckte Werk noch einmal ein Stück überflüssiger.

Die Rechtschreibprüfung

Ebenfalls oben auf der Startseite, neben der Suche, findet sich das Feld Text überprüfen. Hier können mittels Copy & Paste ganze Texte auf Rechtschreibfehler hin überprüft werden. Gut für alle, die ihren Browser nicht mit entsprechenden Add-Ons, die es kostenlos an jeder Ecke gibt, aufladen wollen. Die Prüfung erkannt dabei sowohl Rechtschreib- als auch Grammatikfehler und kennzeichnet diese in unterschiedlichen Farben.

Und sonst?

Duden Online möchte sich noch weiter vom gedruckten Werk abheben. Um beispielsweise immer aktuell zu bleiben (Hey Kids!), kann man auch eigene Wortvorschläge einreichen. Nach redaktioneller Prüfung werden diese dann eventuell in Duden Online aufgenommen. Sind diese einigermaßen im Sprachgebrauch etabliert, könnten sie später auch in die gedruckte Ausgabe wandern.

Als kleine Extras sind noch die meistgelesenen Artikel und der bei der Wikipedia abgeschaute Artikel des Tages zu erwähnen. Kurios: Für diesen Artikel habe ich nun etwa 3 mal nach Pferd gesucht und befinde mich damit recht weit oben in der Liste. Das gestern gestartete Portal ist wohl noch ein Geheimtipp. Der heutige Artikel des Tages ist Elektromotor und wartet sogar mit einem kleinen Bild auf. Andere Wörter werden zum Beispiel mit Klangbeispielen angereichert.

Ob es dem Duden gelingt, im Netz ebenso zum Standard für Sprache zu werden wie in der gedruckten Welt, bleibt abzuwarten. Man hat erschreckend lange auf diesem Gebiet geschlafen und mittlerweile haben sich andere Möglichkeiten wie eben Add-ons oder die Google-Suche durchaus etabliert. Der eingeschlagene Weg ist jedenfalls kein schlechter.

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duden.de
Kostenlose Rechtschreibprüfung im Netz

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