EU will Handy-Hersteller zur Verwendung einheitlicher Ladegeräte verpflichten

Marvin Basse
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Eine freiwillige Vereinbarung (Memorandum of Understanding) zwischen EU-Kommission und Herstellern von Handys, in der sich Letztere zur Verwendung einheitlicher Ladegeräte verpflichteten, ist Ende 2012 ausgelaufen. Nun will die EU-Kommission die Hersteller dazu verpflichten, einheitliche Netzteile zu verwenden, sollten diese die Vereinbarung nicht verlängern.

Die EU-Kommission hatte die Hersteller von Handys im Jahr 2009 erfolgreich zu der Verwendung eines einheitlichen Standards für deren Ladegeräte gedrängt. Diese Vereinbarung wird als Memorandum of Understanding bezeichnet. Zwar setzten die Anbieter diesen auch um, allerdings erschienen die ersten Geräte mit einheitlichem Standard der Netzteile erst 2011. Für diesen wurde die Schnittstelle microUSB verwendet. Allerdings gilt die Pflicht zur Normung der Ladegeräte nur für Handys mit USB-Anschluss. Da nur Smartphones einen solchen aufweisen, galt die Verpflichtung effektiv nur für diese.

Ultimatum zur Verlängerung der freiwilligen Vereinbarung

Diese freiwillige Vereinbarung zwischen der EU-Kommission und den Herstellern von Handys lief jedoch zum Ende des Jahres 2012 aus und ist von den Handy-Anbietern auch nicht verlängert worden. Der Industriekommissar der EU, Antonio Tajani, will die Hersteller allerdings dazu bringen, die Vereinbarung zu verlängern. Seinen Aussagen zufolge wird die EU-Kommission, sollten die Hersteller die Übereinkunft nicht von sich aus bis Ende Februar verlängern, diese zur Verwendung einheitlicher Netzteile verpflichten.

Einheitliche Hardware auch bei anderen Elektronik-Produkten sinnvoll

Dabei bemerkte der EU-Industriekommissar zusätzlich, dass er sich auch für andere Produkte aus dem Bereich digitale Geräte einheitliche Normen wünschen würde. Als Beispiel hierfür nannte Tajani Zubehörgeräte für Computer.

Auch Umweltaspekte spielen eine Rolle

Der EU-Kommission geht es mit der angestrebten Vereinheitlichung von Zubehör für digitale Geräte allerdings nicht nur darum, dass dies für Benutzer bequemer ist. Auch der Umweltaspekt spielt dabei eine Rolle. Im Falle von Smartphones beispielsweise könnten Benutzer beim Kauf eines neuen Smartphones ihr altes Ladegerät weiterverwenden, da ja von beiden Geräten die gleiche Schnittsteller verwendet würde. Auf diese Weise würde die Umwelt entlastet, da das Gerät ja nicht auf dem Müll landen würde, weil es nicht mehr zu benutzen wäre.

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