Facebook blockiert Extension für Freunde-Export – wegen Google+?

Mit der Chrome-Erweiterung Facebook Friend Exporter konnte man bis vor kurzem noch seine Freunde aus Facebook exportieren, um sie z.B. in Googlemail einzubinden oder bei Google+ wieder einzuspeisen. Jetzt hat Facebook die Funktion der Extension geblockt, offenbar weil zu viele Leute ihre Kontakte zu dem Konkurrenz-Netzwerk mitnahmen. Aber wem gehören die Daten – Facebook oder den Nutzern?

Die Browser-Erweiterung wurde bereits Ende 2010 von Mohamed Mansour programmiert, auf der Extension-Seite im Chrome Web Store schreibt er heute: “Kritisches Update: Facebook versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass du deine Freunde exportierst. Sie haben heute, 5. Juli 2011, angefangen, die E-Mail-Adressen deiner Freunde aus deinem Profil zu entfernen. Die Erweiterung wird für viele Leute nicht mehr funktionieren.”

Mansour ist der Meinung, dass man die Daten, die Freunde mit einem wissentlich geteilt haben, auch mitnehmen darf.

Wie CNET herausstellt, wird in den Nutzungsbedingungen von Facebook eine automatisierte Informationsentnahme aber ausgeschlossen (unter Punkt 3.2):

“Du wirst mittels automatisierter Mechanismen (wie Bots, Roboter, Spider oder Scraper) keine Inhalte oder Informationen von Nutzern erfassen oder auf andere Art auf Facebook zugreifen, sofern du nicht unsere Erlaubnis hast.”

Der Passus ist natürlich ursprünglich zum Schutz von Facebook-Nutzern gedacht, dass niemand die persönlichen Daten mitnehmen kann. Im Fall des Facebook Friend Exporters geht es aber nicht um einen wahllosen Bot, sondern um eine Sicherheitskopie der E-Mail-Daten der Personen, die einer Freundschaft zugestimmt haben. Dass ich Freunden meine E-Mail-Adresse gebe, ist eigentlich nachvollziehbar.

Der Open Source Entwickler Mansour hat angekündigt, eine neue Version zu entwickeln, die nicht auf die mobile Facebook-Version angewiesen ist (bei der Facebook nun die E-Mail-Kontakte entfernt hat). Nicht nur ZDnet vermutet, dass der Schritt von Facebook mit der neuen Konkurrenz Google+ zu tun hat. Offenbar war die Zahl der Freunde-Exports angestiegen, da die Leute ihre Facebook-Kontakte zu dem neuen Netzwerk mitnehmen wollten.

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