Facebook: Friend-Finder wird entschärft

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Ein zentrales Feature auf Facebook steht bei Datenschützern in der Kritik wie kaum ein anderes: Der Friend-Finder, der Menschen durch Adressdaten aus dem E-Mail-Konto miteinander vernetzen soll. Die Hamburger Datenschutzbehörde konnte Facebook nun einige Zugeständnisse abringen.

Eines muss man dem Hamburger Datenchutzbeauftragten Johannes Caspar lassen: Seinen Job nimmt er ernst. Kaum eine Woche vergeht, in der er nicht durch eine Meldung von sich Reden macht, die Google oder Facebook scharf kritisiert – und ja nicht immer zu Unrecht. Manche mögen zwar die Verpixelungsorgie bei Google Street View übertrieben finden. Der Friend-Finder auf Facebook jedoch gehört zu den Themen, die auch bei netzaffinen Menschen auf viel Kritik stoßen.

Der Friend-Finder fragte bislang einen Facebook-Nutzer, ob er sein E-Mail-Konto nach Adressen durchstöbern darf. Findet er eine Adresse, die einem bereits registrierten Mitglied gehört, wird dem Nutzer der Vorschlag gemacht, dieses als Freund hinzuzufügen. Gruselig wird es aber vor allem für die, die noch kein Mitglied sind. Diese werden von Facebook angeschrieben, ob sie nicht Mitglied werden wollen. Ein Hinweis auf den ursprünglichen Nutzer, der die Adresse herausgerückt hat, rundet die Aktion ab.

Dieser Friend-Finder wird nun laut einem Bericht auf Spiegel Online zumindest teilweise entschärft. Dem Nutzer soll transparent gemacht werden, wie der Friend-Finder funnktioniert und was mit den Adressdaten geschieht. Auch sollen nicht automatisch alle Adressen angeschrieben werden, sondern der Nutzer muss diese extra freigeben. Nicht-Mitglieder werden zwar einmal angeschrieben, können dann aber immerhin verlangen, dass Benachrichtigungen in der Zukunft geblockt werden. So ganz zufrieden ist Caspar aber mit dem Kompromiss jedoch nicht: “Wir hätten es besser gefunden, wenn ohne Zustimmung der Betroffenen überhaupt keine Adressen gespeichert werden.” Es bleibt also abzuwarten, wann die nächste Meldung aus der Hamburger Datenschutzbehörde kommt.

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