Facebook & Co. geben heimlich Daten an Unternehmen weiter

Facebook, MySpace und noch andere soziale Netzwerke haben offenbar Daten ihrer Nutzer an Firmen weitergegeben, die auf den Seiten Werbung geschaltet haben. Dieses Verhalten bricht nicht nur Industriestandards, sondern verstößt auch gegen die eigenen Datenschutzrichtlinien.

Ein Report im Wall Street Journal deckt auf, dass die Praxis, eindeutig identifizierbare Nutzerdaten an Firmen weiterzugeben, bis vor Kurzem normale Praxis gewesen sei. Unter anderem betreffe dies Facebook, MySpace oder digg.com. Hätten deren Nutzer auf eine Werbeanzeige geklickt, wären deren User ID, der Klarname und andere Profilinformationen an das werbende Unternehmen weitergegeben worden. Das Worcester Polytechnic Institute hätte dieses bereits im August 2009 festgestellt. Doch erst, nachdem die Netzwerke vom Wall Street Journal mit den Fakten konfrontiert wurden, hätten zumindest Facebook und MySpace ihre Einstellungen geändert.

Facebook sei hier noch einen Schritt weiter gegangen als die anderen Netzwerke. So wurde nicht nur die Information weitergegeben, welche Person eine Werbung angeklickt habe, sondern auch, von wessen Profil aus dies geschehen sei. Daraus könnten noch mehr Rückschlüsse auf eine Person geschlossen werden. Industriestandard sei eigentlich, dass den Unternehmen lediglich verschlüsselte Informationen übersandt werden, anhand derer diese sehen können, wie oft ihre Anzeigen geklickt werden. In den Facebook-Datenschutzrichtlinien sei überdies geregelt, dass Nutzer einer Weitergabe ihrer Daten ausdrücklich zustimmen müssen.

Die werbenden Unternehmen, darunter das zu Google gehörende DoubleClick oder Yahoos Right Media, hätten von den zugesandten Daten nichts gewusst und diese auch nicht genutzt, wie sie gegenüber dem Journal versichern.

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