.facebook? ICANN stimmt für neue Top Level Domains ab kommendem Jahr

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Mit großer Mehrheit hat sich die Internet Corporatoin for Assigned Names and Numbers (ICANN) heute für eine Erweiterung der Endungen von Internetadresen entschieden. Ab kommendem Jahr können sich Organisationen und Firmen um eigene generic Top Level Domains (gTLD) bewerben. Die Latte soll dabei jedoch möglichst hoch gelegt werden.

Auf einer Sondersitzung der ICANN-Vorsitzenden in Singapur stimmten 13 Mitglieder für die Änderung, Gegenstimmen gab es nur eine, zwei zweitere Mitglieder enthielten sich. Damit ist der Weg frei für neue Adressänderungen, bei der sowohl Zeichen- als auch Längenbegrenzungen aufgehoben sind. Demnach können sich Firmen und Organisationen jeder Art zwischen dem 12. Januar und dem 12. April 2012 um eine eigene gTLD bewerben, die zum Beispiel aus einem Markennamen bestehen kann. Eine Gruppierung der diversen UNO-Unterorganisationen unter .uno, zum Beispiel unicef.uno, wäre also vorstellbar. Aber natürlich könnten auch profitorientierte Unternehmen wie Facebook davon profitieren.

Bislang gibt es neben den Länderendungen wie .de 22 weitere gTLDs wie .com, .net oder .org. Ob die Erweiterung tatsächlich ein “neues Internetzeitalter” einläutet, wie es ICANN-Vorsitzender Peter Dengate Thrush ankündigt, darf dennoch bezweifelt werden. In Zeiten, in denen der Browser zugunsten von Apps eine immer kleinere Rolle spielt, spielen TLDs in Zukunft vielleicht keine so große Rolle mehr. Ohnehin waren die Adressänderungen nie das große Hindernis, an dem Websuchen gescheitert sind. Der letzte große Neuzugang unter den gTLDs, .xxx für Pornoseiten, hat zum Beispiel kaum noch größere Wellen geschlagen.

Erstmals wurde eine entsprechende Änderung des Vergabeverfahrens vor 3 Jahren angestoßen. Nach mehr als tausend Wortmeldungen aus der Öffentlichkeit, etlichen Detailänderungen und 7 Revisionen stand das Ergebnis heute zur Debatte. Dabei wurden auch Details bekannt gegeben, wie man ein Ausufern der Adressendungen verhindern möchte.

So sollen tatsächlich nur “etablierte” Organisationen aus dem öffentlichen und privaten Sektor zum Zug kommen. Die genauen Kritieren, um diese Maßgabe zu erfüllen, stehen noch aus. Der Preis für eine neue Adresse ist aber schon einmal ein guter Filter: 185.000 US-Dollar wird eine neue gTLD kosten. Für die weitere Aussiebung der Bewerber sollen Hunderte externe Berater angeheuert werden. Ein weiteres Kriterium ist, dass die Betreiber funktionale Seiten betreiben. Auf diese Weise soll Domaingrabbing unterbunden werden.

ICANN.org hat die nicht sehr spannende Abstimmung auf Video festgehalten:

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