Facebook-Todesliste: 3 kolumbianische Teenager ermordet

Frank Ritter

Es klingt wie der Plot eines schlechten Filmes: Auf Facebook taucht eine ominöse Liste mit 69 Personen auf, zusammen mit der Aufforderung, dass die Personen ihre kolumbianische Heimatstadt verlassen sollten. Zehn Tage später sind bereits drei Personen von der Liste tot.

Es handelt sich bei den Toten von der bizarren Facebook-Liste laut CNN allesamt um Teenager, so CNN Edition International. Die Polizei tappt noch im Dunkeln, wer die Liste erstellt hat und in welchem Zusammenhang sie online gestellt wurde. Die Vermutung liegt aber nahe, dass es sich um eine Konsequenz von Streitigkeiten zwischen einer kriminellen Gang “Los Rastrojos” (die Stoppel) und der marxistischen Guerilla-Gruppe FARC handelt.

Die Liste wurde am 17. August gepostet und forderte die darauf stehenden 69 Personen auf, die südwestkolumbianische Stadt Puerto Asis (55.000 Einwohner) innerhalb von drei Tagen zu verlassen – andernfalls drohe ihnen die Exekution. Am 15. August wurde ein 16-jähriger Schüler und ein 17-jähriger CD-Händler erschossen, am selben Tag wurde eine weitere Liste mit 31 zusätzlichen Namen auf Facebook publiziert. Ein 19-jähriger wurde am 20. August erschossen, ein 16-jähriger verwundet.

Laut kolumbianischen Medienberichten habe Panik die Bürger der Stadt Puerto Asis erfasst. Eltern von Teenagern, die auf der Liste standen, hätten ihre Schützlinge sicherheitshalber aus der Stadt geschickt. Meldungen besorgter Twitter-Nutzern zufolge habe es mindestens eine vergleichbare Todesliste bereits in einer anderen kolumbianischen Stadt gegeben. Die Polizei hat eine Belohnung von umgerechnet etwa € 2.200 auf Hinweise zu den Hintermännern der Todesliste ausgesetzt.

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