Facebook schlägt Tote als mögliche Freunde vor

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Die Facebook-Routinen scannen auch selten genutzte Profile und interpretieren sie so, dass der Nutzer wohl nicht viele Freunde hat. Die Funkstille hat zuweilen aber auch andere Gründe – den Tod, zum Beispiel.

Der Blogger Dave Winer jedenfalls war überrascht, als Facebook ihm wiederholt den IT-Journalisten Guy Kewney als Freund vorgeschlagen hat. Auf dessen Profil hat sich nicht mehr viel getan in den letzten Wochen. Das überrascht nicht: Guy Kewney ist am 8. April diesen Jahres an Krebs gestorben. Nun sieht es Dave Winer eher von der humorvollen Seite und ist sich gewiss, dass Kewner dies ebenso amüsant gefunden hätte. Nichtsdestotrotz wäre vielleicht über einen Death-Button nachzudenken. Eine (vielleicht optionale) Funktion, durch die man sich mindestens einmal im Monat einloggen muss, um sein Profil zu halten. Kümmern sich Familienmitglieder nicht um eine Löschung, könnten sich andernfalls mit der Zeit abertausende "Karteileichen" ansammeln.

Desweiteren stört sich Winer an der bestimmten Art der Anfrage. Es wird nicht einfach vorgeschlagen, eine Person zum Freundeskreis hinzuzufügen, sondern es wird vorgeschlagen, dass man eine Freundschaft vorschlägt. Das ist aus Datenschützersicht sicher überzeugender, Winer befürchtet jedoch, dass so seine Freundschaftsanfragen nicht echt herüberkommen. Nun ja.

Facebook selbst entschuldigt sich unterdessen für die überzogene Zensur einer Porzellanpuppe (wir berichteten). Facebook-Sprecher Barry Schnitt äußert sich gegenüber cnet.com: "Unsere Beobachter sehen sich täglich tausende Bilder an, auf die sie hingewiesen werden. Natürlich passieren da hin und wieder Fehler. Dies ist ein Beispiel dafür. Wir haben uns entschuldigt und den Nutzer darin bestärkt, das Foto wieder hochzuladen."

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