Facebooks Börsengang: Wie viel ist das Online-Netzwerk wirklich wert?

Holger Blessenohl

Wie viel kosten 900 Millionen Nutzer weltweit? Mehr als 100 Milliarden Dollar, sagen Facebook und sein junger CEO Mark Zuckerberg. Diesen Börsenwert hat das Online-Netzwerk mit dem Aktienpreis von 38 US-Dollar pro Aktie für sich selbst festgelegt. Ist Facebook das wirklich wert?

Problematisch an der gigantischen Summe, immerhin der höchste Aktienwert den ein Internet-Unternehmen jemals beim Börsengang hatte, ist vor allem der bis jetzt noch relativ niedrige Umsatz und Gewinn des Unternehmens. 3,7 Milliarden Dollar Umsatz hat Facebook im letzten Jahr erwirtschaftet und damit 1 Milliarde Dollar Gewinn gemacht. Keine Zahlen, die einen derart hohen Aktienpreis rechtfertigen, von daher ist der Kauf eine Wette auf die Zukunft. Ob das funktioniert wird in erster Linie davon abhängen, ob es Facebook gelingt, die Werbeeinnahmen schnell zu steigern. Im letzten Jahr wurden hier astronomische Zuwachsraten von 88% erreicht, auch dies ein Grund warum Investoren bereit sind, derart viel Geld in das Unternehmen zu pumpen.

Auf der anderen Seite sind auch andere Entwicklungen denkbar. So hat der große US-amerikanische Autohersteller General Motors gerade eben erst entschieden, zukünftig keine Werbung mehr auf Facebook schalten zu wollen, da die bisherige Werbung keine messbaren Erfolge gehabt habe. Das Problem von Facebook gegenüber Google bestünde darin, dass Menschen bei Facebook mit Freunden chatten wollen und deshalb weniger empfänglich für Werbung seien, während sie bei Google direkt nach Informationen suchen. Zum Vergleich: Die Suchmaschine hatte beim Börsengang nur einen “bescheidenen” Marktwert von 23 Milliarden US-Dollar, heute sind es 200 Milliarden.

Analysten gehen deshalb davon aus, dass Facebooks Fokus sich nach dem Börsengang sehr schnell verschieben wird. Statt wie bisher vorrangig auf Wachstum bei den Nutzerzahlen zu setzen, wird zukünftig – so die Vermutung – die größtmögliche wirtschaftliche Verwertung der Nutzer das Ziel sein müssen, um die Umsätze weiterhin sehr schnell zu steigern und die Investoren ruhig zu halten. Dabei wird Facebook der Balanceakt gelingen müssen, Werbung nicht zu aggressiv zu platzieren, um keine User zu verlieren. Facebook kennt von jedem User den Echtnamen, persönliche Vorlieben und Hobbys sowie den (Facebook-)Freundeskreis. Daher kann Werbung sehr zielgenau platziert werden. Der große Pluspunkt von Facebook ist aber sicherlich die Möglichkeit, sogenannte Social Ads zu bieten. Werden Facebook-Seiten von Unternehmen geliked, werden deren Werbeposts in den Nachrichten-Stream der Fans gepostet, die dann wiederum, wenn sie im Stream erneut auf Like klicken, ihren Freunden die Werbung in den Stream posten. Hier steht die Werbeindustrie erst ganz am Anfang die Möglichkeiten von Facebook zu erkennen und zu nutzen.

Ob die Aktien irgendwann einmal wirklich diese 38 US-Dollar wert sind, kann heute noch nicht entschieden werden. Als Hinweise kann man aber schon nehmen, dass die 38 Dollar pro Aktie bereits das obere Ende des zuvor genannten Spektrums von 34-38 Dollar markieren. Auch ein Rundruf bei Bloomberg unter Analysten und Investment-Managern kam in den letzten Tagen zum Ergebnis, die Aktie sei überbewertet. Den Facebook-Börsengang organisiert übrigens JP Morgan Chase, die US-Großbank hat gerade bis zu 5 Milliarden US-Dollar innerhalb weniger Tage bei Finanzwetten verspekuliert.

Wenn Sie selber darüber nachdenken Facebook-Aktien zu erwerben, können Sie den Wert von Facebook natürlich weiter steigern, indem Sie das Social Network nutzen:

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Via FAZ Via Financial Times Deutschland

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